Die Deutsche Bahn hat am 12. Oktober 2026 den symbolischen Baubeginn des Pfaffensteigtunnels in Stuttgart vollzogen. Der rund elf Kilometer lange Tunnel ist ein zentrales Teilprojekt von Stuttgart 21 und soll die Gäubahn künftig direkt mit dem Bahnhof Stuttgart Flughafen Fernbahnhof verbinden. Nach Angaben des Projektteams laufen seit Februar 2026 vorbereitende Arbeiten; die nun erfolgte Zeremonie steht für den Einstieg in den nächsten Bauabschnitt.
Rechtlich sind weite Teile des Vorhabens durch Planfeststellungsbeschlüsse des Eisenbahn-Bundesamts genehmigt. Bund, Land Baden-Württemberg und Bahn verweisen auf bestehende Finanzierungsvereinbarungen innerhalb des Gesamtprojekts Stuttgart 21. Eine eigenständige, abschließende Kostensumme für den Tunnel nannte die Deutsche Bahn am Montag nicht; insgesamt gilt Stuttgart 21 als milliardenschweres Infrastrukturvorhaben.
Befürworter betonen betriebliche Vorteile: Die neue Verbindung soll den Knoten entflechten, Reisezeiten in Richtung Schweiz verkürzen und die Pünktlichkeit im Fernverkehr erhöhen. Der Pfaffensteigtunnel wird zudem als Baustein des Digitalen Knotens Stuttgart geführt, der Leit- und Sicherungstechnik im Großraum modernisieren soll. Nach Bahnangaben bleibt der Terminplan abhängig von Baufortschritt und Genehmigungen; eine Inbetriebnahme wird in den frühen 2030er-Jahren in Aussicht gestellt.
Kritik kommt aus Verkehrsverbänden, Umweltschutzgruppen und Teilen der Kommunalpolitik. Der Fahrgastverband PRO BAHN und lokale Initiativen monieren eine unklare Kosten-Nutzen-Relation und fordern, vordringliche Engpässe auf der bestehenden Gäubahn zuerst zu beheben. Zudem warnen sie vor längeren Unterbrechungen und Umleitungen im Gäubahn-Verkehr während der Bauzeit. Die Schutzgemeinschaft Filder und weitere Gruppen kündigten Proteste und rechtliche Schritte gegen einzelne Abschnitte an.
Die Bahn verweist demgegenüber auf bereits vergebene Großaufträge an Bauunternehmen und auf vorbereitende Maßnahmen im Baufeld. Die Projektsteuerung sieht den heutigen Schritt als materiell bedeutsam für die bauliche Umsetzung der Gäubahnanbindung. Gleichwohl bleiben zentrale Punkte offen: die transparente Darstellung verbleibender Kostenrisiken, verlässliche Zeitpläne für die Auswirkungen auf Fahrgäste sowie die Synchronisierung mit dem überarbeiteten Gesamtzeitplan von Stuttgart 21. Dieser wurde von der Deutschen Bahn bereits neu geordnet; maßgebliche Projektteile sind nach jüngsten Aussagen auf das Jahr 2031 ausgerichtet.
Wie der Pfaffensteigtunnel den Betrieb im Knoten Stuttgart am Ende tatsächlich entlastet, wird sich erst im Zusammenspiel mit weiteren Bausteinen zeigen. Entscheidend für die öffentliche Akzeptanz sind belastbare Informationen zu Bauablauf, Ersatzkonzepten und Terminrisiken, die die Projektpartner nun detailliert vorlegen sollen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).