Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium haben am 9. Oktober 2026 mitgeteilt, dass die Generalsanierung der linken Rheinseite neu zugeschnitten wird. Der Korridor zwischen Köln und Koblenz soll ab 2028 wie geplant grundlegend erneuert werden. Der anschließende Abschnitt von Koblenz nach Mainz wird dagegen auf einen Zeitpunkt nach 2031 verschoben.
Die Deutsche Bahn begründet die Entscheidung mit einer aktualisierten Priorisierung innerhalb der bundesweiten Korridorsanierungen. Die DB InfraGO verweist auf die enge Taktung der Baustellen, begrenzte Kapazitäten in der Bau- und Bahnbranche sowie die Notwendigkeit stabiler Umleitungs- und Fahrplankonzepte. Nach Bahnangaben entsteht der endgültige Ablaufplan in Abstimmung mit dem Bund und den Eisenbahnverkehrsunternehmen; Erfahrungen aus bereits gestarteten Projekten fließen ein.
Für das Obere Mittelrheintal bedeutet die Neuordnung: 2028 sind weiterhin einzelne Bauarbeiten, Sperrpausen und Bahnhofsvorhaben vorgesehen. Die umfassende technische Erneuerung mit großflächigem Austausch von Gleisen, Weichen und Stellwerkstechnik auf dem südlichen Abschnitt wird jedoch erst nach 2031 erwartet. Das erschwert die mittelfristige Planbarkeit von Zügen und Ersatzverkehren in der Region und berührt die Vorbereitung der BUGA 2029 im Oberen Mittelrheintal. Konkrete Detailfahrpläne und Umleitungskonzepte sollen laut Deutsche Bahn jeweils vor den Bauphasen veröffentlicht werden.
Das Bundesverkehrsministerium unterstützt den schrittweisen Ansatz, weil er Engpässe in stark belasteten Netzkorridoren vermeiden und die Belastungen für Fahrgäste und Güterverkehr staffeln soll. Zugleich bleibt offen, welche Folgewirkungen die Verschiebung auf Pünktlichkeit und Kapazitäten im Nah- und Fernverkehr zwischen Koblenz und Mainz haben wird. Diese hängen von technischen Spezifikationen, Bauorganisation und der Finanzierung künftiger Bauabschnitte ab.
Hintergrund ist das bundesweite Programm zur Generalsanierung hochbelasteter Korridore, das die DB InfraGO gemeinsam mit dem Bund und der Branche koordiniert. Ziel ist eine gebündelte Erneuerung unter Vollsperrung, um anschließend stabilere Betriebsqualität zu erreichen. Der nun bestätigte Zeitrahmen fixiert den nördlichen Teil der linken Rheinseite zwischen Köln und Koblenz für den Start ab 2028 und stellt klar, dass der Abschnitt Koblenz–Mainz später folgt. Weitere Festlegungen zur Reihenfolge bis 2036 bleiben einer gesonderten Entscheidung des Bundes vorbehalten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).