Das Bayerische Landesamt für Statistik meldet für das Berichtsjahr 2025 einen sprunghaften Anstieg der festgesetzten Erbschaft- und Schenkungsteuer in Bayern auf 8,81 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 (3,29 Milliarden Euro) ist das ein außergewöhnlicher Zuwachs. Die Behörde spricht von einem markanten einmaligen Effekt im Freistaat Bayern und verweist auf eine starke Konzentration sehr hoher Vermögensübertragungen.
Laut Statistik entfallen große Teile der Mehreinnahmen auf Erwerbe mit einem Volumen ab fünf Millionen Euro. Für diese Gruppe wurden 6,70 Milliarden Euro festgesetzt – ein Plus von 446,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt der Schwerpunkt der Steuerlast klar bei sehr großen Erbschaften und Schenkungen. Die Angaben beziehen sich auf festgesetzte Beträge und nicht auf tatsächliche Zahlungseingänge; sie sind dem Datenstand des Jahrgangs 2025 zugeordnet.
Politisch hat der deutliche Ausschlag unmittelbare Resonanz ausgelöst. Vertreter der Staatsregierung betonen die Bedeutung verlässlicher Festsetzungen für die Haushaltsplanung des Landes. Aus der Opposition kommen Forderungen nach einer Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer mit dem Ziel, sehr große Vermögen stärker einzubeziehen und die Transparenz der Verschonungsregeln für Betriebsvermögen zu erhöhen. Im Bayerischer Landtag wurde in diesem Jahr wiederholt über die Ausgestaltung von Bewertungsmethoden und die Anwendung von Verschonungstatbeständen debattiert.
Auch im bundesweiten Kontext ist die Entwicklung beachtlich. Die Deutsche Bundesbank hatte bereits auf einen gesamtstaatlichen Anstieg der Erbschaftsteuer hingewiesen und dabei einen überdurchschnittlichen Beitrag einzelner Länder hervorgehoben. Die nun ausgewiesenen bayerischen Festsetzungen bestätigen diesen Trend für 2025 und stärken den fiskalischen Spielraum, ohne jedoch eine Aussage über die Dauerhaftigkeit des Effekts zu treffen.
Wirtschaftsverbände warnen weiterhin vor möglichen Belastungen der Unternehmensnachfolge. Sie dringen auf Planungssicherheit, unter anderem durch klare Freibeträge und verlässliche Bewertungsmethoden, um Substanzrisiken für mittelständische Betriebe zu vermeiden. Befürworter strengerer Regeln verweisen hingegen auf die hohe Konzentration der Steuerlast bei sehr großen Vermögen als Argument für mehr Steuerfairness.
Unabhängig von politischen Forderungen bleibt der aktuelle Nachrichtenanlass die amtliche Bestandsaufnahme: 2025 wurden in Bayern 8,81 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer festgesetzt; der Ausreißer nach oben ist vor allem auf Übertragungen im Millionenbereich zurückzuführen. Wie sich dieser außergewöhnliche Befund auf die laufende Debatte über eine mögliche Reform auf Bundesebene auswirkt, ist offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).