Die Staatsregierung in München hat am 25. September 2026 bekräftigt, einen Abbau des Schienenpersonennahverkehrs in Bayern nicht zu akzeptieren. Anlass sind Berichte, wonach die Deutsche Bahn in stark belasteten Korridoren Regionalzüge streichen oder durch Fernverkehrsangebote ersetzen könnte. Genannt wird unter anderem die Achse Augsburg–München. Die Staatskanzlei und das Verkehrsministerium verlangen vor Entscheidungen eine enge Abstimmung mit dem Freistaat Bayern sowie Zusagen, dass regionale Verbindungen erhalten bleiben.
Verkehrsminister Christian Bernreiter warnte, einseitige Priorisierungen zugunsten des Fernverkehrs dürften den ländlichen Raum nicht abhängen. Er verweist auf die geteilten Zuständigkeiten im System: Der Fernverkehr unterliegt dem Bund, der Schienenpersonennahverkehr wird von den Ländern bestellt und mit Regionalisierungsmitteln finanziert. Nach Darstellung des Ministeriums müssen Änderungen in der Trassenplanung so erfolgen, dass die von den Ländern bestellten Leistungen nicht verdrängt werden. Entscheidungen über die konkrete Vergabe von Trassen und die Betriebsplanung liegen formal beim Bund und bei der DB InfraGO AG.
Im Hintergrund stehen seit dem Frühjahr 2026 offen ausgetragene Konflikte über Trassenpreise, Baustellenmanagement und die Reihenfolge von Zugfahrten auf stark belasteten Strecken. Der Freistaat Bayern kritisiert anhaltende Instandhaltungsrückstände und Langsamfahrstellen, die Pünktlichkeit und Angebot schwächen. Aus Sicht der Staatsregierung würde ein Vorrang für Fernzüge in Engpässen einen Verdrängungswettbewerb auslösen und in Summe das Angebot für Pendlerinnen und Pendler ausdünnen.
Konkrete Folgen einer Ausweitung von Fernverkehrsfahrten zulasten regionaler Takte wären längere Reisezeiten, schlechtere Umsteigebeziehungen und zusätzliche Kosten, etwa wenn Kommunen ergänzende Busverkehre bestellen müssten. Besonders betroffen wären Mittelzentren und Schulstandorte, die auf dichte Takte im Schienenpersonennahverkehr angewiesen sind. Die Staatsregierung fordert deswegen kurzfristige Gespräche mit der Deutschen Bahn und dem Bund, um eine Bestandsgarantie für zentrale Regionalverbindungen zu erreichen.
Die aktuelle Positionierung der Staatsregierung stützt sich auf die jüngste Berichterstattung sowie frühere Hinweise des Ministeriums, die die Sicherung des regionalen Angebots zum Ziel erklärten. Bestätigte Entscheidungen über konkrete Streichungen liegen nicht vor; die benannten Planungen sind dem Vernehmen nach Gegenstand laufender Abstimmungen. Die Forderung aus München ist damit eine politische Intervention im Vorfeld möglicher Trassenentscheidungen – mit dem erklärten Ziel, den öffentlichen Verkehr in der Fläche nicht zu schwächen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).