Umwelt

Behörden warnen erneut: Nutrias nicht füttern und Sichtungen melden

Mehrere deutsche Umweltbehörden erinnern im September 2026 daran, freilebende Nutrias nicht zu füttern, Abstand zu halten und Beobachtungen zu melden.

Mehrere Umweltbehörden in Deutschland erinnern im September 2026 daran, freilebende Nutrias nicht zu füttern, Abstand zu halten und Sichtungen zu melden. Hintergrund sind anhaltend häufige Beobachtungen der gebietsfremden Art Myocastor coypus in Parks und an Ufern sowie Hinweise auf Schäden an Vegetation und Uferbauwerken. Das Landesamt für Umwelt Brandenburg verweist auf sein Meldeportal und betont, dass Fütterungen die natürliche Scheu der Tiere mindern und lokale Bestände anwachsen lassen können.

Fachlich begründen die Behörden ihre Warnungen mit den Folgen intensiver Grab- und Fraßaktivität. Nutrias lockern Röhrichte auf, fressen Ufervegetation und können dadurch Böschungen und Deiche schwächen. Das erhöht das Risiko von Erosionsprozessen und belastet den Hochwasserschutz. Zugleich gehen strukturreiche Röhrichtbereiche als Lebensraum für Amphibien, Vögel und Wasserinsekten verloren. Für Menschen gelten Nutrias als grundsätzlich scheu; gleichwohl raten Behörden davon ab, tote oder offensichtlich kranke Tiere zu berühren, auch wegen möglicher Parasiten.

Rechtlich ist die Art in Deutschland und in der Europäischen Union als invasive Art eingestuft. Daraus leiten sich Managementpflichten ab, die in Deutschland durch Bundes- und Landesrecht, darunter das Bundesnaturschutzgesetz, konkretisiert sind. Zulässige Maßnahmen reichen von Monitoring über Bejagung bis zu Fallenfang, sofern tierschutzrechtliche Vorgaben eingehalten werden. Zuständig sind je nach Gewässer und Region Gewässerunterhaltungsverbände, Jagdbehörden und Umweltämter; eigenmächtige Eingriffe durch Privatpersonen sind nicht gestattet. Das Aussetzen oder Verbringen lebender Tiere ist verboten.

Für die Praxis empfehlen Fachbehörden ein zurückhaltendes Verhalten: keine Fütterung, keine Annäherung oder Anlockung, keine Berührung von toten Tieren sowie eine rasche Meldung von Sichtungen. Wo verfügbar, sollen Beobachtungen mit Fotos dokumentiert und über die Meldewege der Landesämter oder kommunaler Stellen weitergegeben werden. Die Behörden verweisen darauf, dass belastbare Meldedaten für das regionale Management und für Priorisierungen beim Schutz sensibler Uferabschnitte wichtig sind.

Zur weiteren Entwicklung machen Fachleute eine vorsichtige Prognose: Die Präsenz der Nutria bleibt in Deutschland derzeit hoch, variiert aber stark nach Region und Jahreszeit. Wie stark sich Bestände lokal entwickeln, hängt wesentlich von konsequentem Management und winterlichen Witterungsbedingungen ab. Kurzfristig rechnen Behörden mit einer fortgesetzten, örtlich dichten Verbreitung, solange Fütterungen und leicht zugängliche Nahrungsangebote in Siedlungsnähe anhalten.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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