Nur noch jeder Fünfte ist mit der Arbeit des Berliner Senats zufrieden. Das geht aus dem aktuellen BerlinTrend von Infratest dimap hervor, der wenige Tage vor der Abgeordnetenhauswahl 2026 im Auftrag von rbb24 und der ARD erhoben wurde. Demnach bewerten rund 20 Prozent die Regierungsarbeit positiv, eine deutliche Mehrheit äußert Unzufriedenheit. Die Tagesschau ordnet den Wert auf Basis der Zeitreihen von Infratest dimap als Negativrekord im Umfeld von Landtagswahlen ein.
Die Messergebnisse treffen die seit 2023 regierende Koalition aus CDU und SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner zu einem sensiblen Zeitpunkt. Der BerlinTrend misst regelmäßig die Stimmungslage in der Stadt; die aktuelle Ausgabe fokussiert auf Zufriedenheit mit dem Senat sowie die Erwartungen an die Landespolitik. Infratest dimap veröffentlicht neben der Zufriedenheitsfrage auch Begleitindikatoren, die auf verbreitete Skepsis in zentralen Politikfeldern hindeuten.
Zu den häufig genannten Problemfeldern zählen Wohnungsmarkt, Verkehr und Verwaltung. Hinzu kommen anhaltende Kritik am Tempo großer Infrastrukturvorhaben und an der Verlässlichkeit öffentlicher Leistungen. Politisch wirkt das in mehrere Richtungen: Hohe Unzufriedenheit kann die Opposition mobilisieren, Wechselstimmen begünstigen und die Fragmentierung durch kleinere Parteien verstärken. Zugleich bleibt offen, ob und in welchem Umfang die Regierungsparteien kurzfristig Vertrauen zurückgewinnen können.
Aussagen über konkrete Mehrheiten sind mit Blick auf die Wahlentscheidung verfrüht. Umfragen bilden Stimmungen ab und sind mit Unsicherheiten behaftet; Verschiebungen in den letzten Tagen vor dem Urnengang sind üblich. Infratest dimap weist regelmäßig auf methodische Streubereiche sowie die Bedeutung von Beteiligung und Mobilisierung hin. Eine valide Bewertung möglicher Koalitionskonstellationen erfordert das Wahlergebnis und weitere Analysen nach der Abstimmung.
Im Ländervergleich sind niedrige Zufriedenheitswerte nicht ungewöhnlich, doch die Kombination aus Zeitpunkt unmittelbar vor der Wahl und der nun gemessenen 20-Prozent-Marke ist bemerkenswert. Für die Berliner Landespolitik bedeutet dies erheblichen Erklärungs- und Handlungsdruck. Regierung und Opposition stehen in der Pflicht, Prioritäten und Umsetzungswege nachvollziehbar zu machen – vom Wohnungsbau über die Verkehrswende bis zur Modernisierung der Verwaltung. Ob dies kurzfristig Wirkung entfaltet, entscheidet sich an der Wahlurne und in der anschließenden Regierungsbildung.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).