Kurzmeldung
Auf einem außerordentlichen Landesparteitag der Berliner Linken am 25. September 2026 beschlossen die Delegierten mit deutlicher Mehrheit, Sondierungsgespräche mit Bündnis 90/Die Grünen und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands aufzunehmen. Der Beschluss wurde nach Angaben mehrerer Berichte per Handzeichen gefasst und gibt der Parteiführung ein Mandat für erste Gespräche über eine mögliche Regierungsbeteiligung nach dem Gewinn der Abgeordnetenhauswahl.
Der Parteitag war zugleich geprägt von Auseinandersetzungen um wiederholt erhobene Antisemitismusvorwürfe gegenüber Teilen des Landesverbandes. Die Parteispitze erklärte, die Vorwürfe zurückzuweisen, und forderte zugleich ein gemeinsames Vorgehen gegen jede Form von Antisemitismus. Die Landesvorsitzende Kerstin Wolter und die Fraktionsvorsitzende Elif Eralp betonten in Redebeiträgen die Bereitschaft zu Aufklärung und innerparteilicher Aufarbeitung, verwiesen aber auf politische Angriffe gegen die Linke.
Inhaltlich benannte die Partei Programmpunkte, die sie in die Sondierungsgespräche einbringen will: Maßnahmen gegen steigende Mieten, eine stärkere kommunale Wohnungsförderung sowie die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne in Berlin. Vertreterinnen und Vertreter der Linken signalisierten Verhandlungsbereitschaft bei Kompromissen, warnten jedoch davor, zentrale Positionen aufzugeben. Die Grünen machten deutlich, dass eine Klärung des Umgangs mit Antisemitismus eine Voraussetzung für vertiefte Verhandlungen sei; ähnliche Vorbehalte äußerte die Sozialdemokratische Partei Deutschlands.
Formal begründet der Parteitagsbeschluss nur das Mandat zu Sondierungsgesprächen; er führt nicht automatisch zu einer Koalition oder Regierung. Nächster Schritt sind bilaterale Gespräche zwischen den Parteien, in denen inhaltliche Schnittmengen, Zuständigkeiten und mögliche Personalfragen geprüft werden. Beobachterinnen und Beobachter gehen davon aus, dass die Dauer und Intensität der Gespräche auch davon abhängen werden, wie schnell und glaubwürdig die Linke offene Vorwürfe aufarbeitet.
Die Angaben basieren auf Berichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und überregionaler Medien sowie auf Statements von Partei- und Fraktionsvertretern.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).