Berlin

Berliner Senatsverwaltungen nach Cyberangriff weiter vom Landesnetz getrennt

Eine Woche nach dem Sicherheitsvorfall bleiben zwei Senatsverwaltungen in Berlin vom Berliner Landesnetz abgekoppelt. Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ermitteln; ob Daten abgeflossen sind, ist noch unklar.

Eine Woche nach dem am 14. August festgestellten Sicherheitsvorfall sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt weiterhin vom Berliner Landesnetz (BeLa) getrennt. Ein Krisenstab der Senatskanzlei koordiniert die Maßnahmen. Das Landeskriminalamt Berlin und die Staatsanwaltschaft Berlin ermitteln, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstützt forensisch.

Durch die Netztrennung arbeiten betroffene Bereiche der beiden Verwaltungen nur eingeschränkt. Mitarbeitende weichen auf Telefonie und papiergestützte Prozesse aus; einzelne Online-Dienste und interne Fachverfahren sind derzeit nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Nach Angaben der Senatskanzlei dient die Abkopplung dem Schutz des Gesamtsystems und der Aufklärung. Ob und in welchem Umfang Daten abgeflossen sind, wird geprüft; belastbare Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Zu technischen Details äußern sich die Beteiligten zurückhaltend. Nach übereinstimmenden Berichten laufen umfangreiche forensische Analysen, um mögliche Einfallstore, verwendete Schadsoftware und Datenbewegungen zu identifizieren. Im Zuge der Arbeiten ist das ITDZ Berlin in die Koordination technischer Schritte eingebunden. Ob eine verwaltungsinterne Schwachstelle als Initialvektor diente, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Eine Zuordnung zu Tätergruppen wurde bisher nicht bekanntgegeben.

Der Vorfall befeuert in Berlin die Debatte über Zuständigkeiten und Sicherheitsstandards in der Verwaltung. Kritiker sehen die dezentrale Betriebsverantwortung und unklare Schnittstellen zwischen Ressorts und zentralen Dienstleistern als strukturelles Risiko. Im Abgeordnetenhaus wurden kurzfristige Beratungen angekündigt, um Lehren für den Betrieb kritischer Verwaltungs-IT und die Finanzierung zusätzlicher Schutzmaßnahmen zu ziehen. Die Senatskanzlei verweist darauf, dass Priorität auf der Sicherung und Wiederherstellung stabiler Prozesse liege; über Zeitpläne für die Wiederanbindung der betroffenen Bereiche wurde bisher nichts Verbindliches mitgeteilt.

Die Ermittlungen von Landeskriminalamt Berlin, Staatsanwaltschaft Berlin und BSI sowie die forensischen Auswertungen sollen klären, wie der Angriff ablief und ob personenbezogene oder behördliche Daten kompromittiert wurden. Erst danach ist mit einer Bewertung der Reichweite des Vorfalls und möglichen Konsequenzen für den Betrieb im Berliner Landesnetz zu rechnen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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