Berlin

Berliner Toningenieur wirbt für analoge Aufnahmen als Abgrenzung zu künstliche Intelligenz-Musik

Im rbbKultur-Interview vom 24. Oktober 2026 plädiert Guy Sternberg für analoge Produktion als verlässliches Echtheitsmerkmal gegenüber KI-generierter Musik.

Der Berliner Toningenieur und Labelbetreiber Guy Sternberg hat im rbbKultur-Interview vom 24. Oktober 2026 für analoge Musikproduktionen als Abgrenzung zu KI-generierter Musik geworben. "Die einzige Möglichkeit, zu wissen, dass Musik nicht KI-generiert ist, ist, wenn sie analog gemacht wurde", sagte Sternberg in der Sendung rbbKultur – Das Magazin. Der rbb hat das Gespräch dokumentiert.

Sternberg betreibt in Berlin ein analoges Tonstudio und gründete 2015 das Label LowSwing Records, das konsequent auf computerfreie Verfahren setzt. Er begründet seine Haltung damit, dass der allgegenwärtige Zugriff auf digitale Musik über Streamingdienste den Wert des einzelnen Werkes mindere. Analoge Aufnahmewege vermittelten aus seiner Sicht einen unverkennbaren, menschlichen Ausdruck, den Künstliche Intelligenz bislang nicht reproduzieren könne. Die Aussage ist eine zugeschriebene Position aus der Praxis und keine technische oder juristische Feststellung.

Die Debatte über Künstliche Intelligenz in der Musik ist in Deutschland aktuell und vielschichtig. Generative Modelle können heute Klänge, Arrangements und Stimmen erzeugen, die nahe an menschliche Produktionen heranreichen. Grenzen zeigen sich bei interpretatorischen Nuancen, Kontextwissen und bei der rechtlichen Einordnung. In der Politik befasst sich das Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit Fragen der Innovationsförderung, Regulierung und Beschäftigungseffekten. Parlamentsdebatten spiegeln die Spannweite zwischen Chancen für neue Werkzeuge und Risiken für Urheberinnen und Urheber wider.

Für die Branche zeichnen sich zwei Strategien ab. Ein Teil der Produzentinnen und Produzenten setzt auf ergänzende KI-Werkzeuge und Effizienzgewinne im Studioalltag. Andere suchen in analogen Herstellungsweisen ein Alleinstellungsmerkmal und eine klare Kennzeichnung, um Herkunft und Arbeitsweise nachvollziehbar zu machen. Offen bleibt, wie Herkunftsnachweise, Urheberrecht und Verbraucherschutz künftig zusammenwirken sollen. Diskutiert werden Labelkennzeichnungen, Verifikationsverfahren und normierte Metadaten.

Sternbergs Plädoyer ordnet sich in diesen laufenden gesellschaftlichen Diskurs ein. Es betont künstlerische Prioritäten und einen praktischen Kontrollansatz gegen algorithmische Nachahmung, liefert aber keine rechtliche Klärung. Der konkrete Anlass ist das aktuelle Interview bei rbbKultur; daran knüpft die breitere Debatte in Berlin und bundesweit über Echtheit, Wertschätzung und Transparenz in der Musikproduktion an.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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