Der Flughafen Stuttgart ist am Abend des 5. Oktober 2026 wegen einer Bombendrohung zeitweise vollständig gesperrt worden. Die Bundespolizei räumte den landseitigen Sicherheitsbereich, unterbrach An- und Abflüge für etwa anderthalb Stunden und nahm den Betrieb anschließend schrittweise wieder auf. Nach Angaben von Polizei und Flughafenbetreiber waren rund 3.000 Menschen betroffen. Der reguläre Flugbetrieb stabilisierte sich am Folgetag.
Auslöser war laut Behördenangaben die Äußerung eines Reisenden unmittelbar nach der Sicherheitskontrolle, er führe eine Bombe im Gepäck mit. Die Bundespolizei leitete daraufhin einen Großeinsatz ein, evakuierte den betroffenen Bereich und durchsuchte ihn mit Spezialkräften. Ein 24-Jähriger wurde vorläufig festgenommen. Zu laufenden Vernehmungen und möglichen Hintergründen machten die Ermittler zunächst keine Angaben.
Die Bundespolizei begründete die Sperrung des gesamten Sicherheitsbereichs mit der Pflicht, jede konkrete Drohung ernst zu nehmen. In einem dicht belegten Terminal lasse sich eine potenzielle Gefahr nicht zuverlässig auf einen Teilbereich begrenzen; zudem erforderten Beweissicherung und Gefahrenabwehr klare räumliche Trennungen. Vereinzelter Unmut von Reisenden über Wartezeiten und Flugausfälle ändere nichts daran, dass im Zweifel der Schutz von Passagieren und Beschäftigten Vorrang habe, hieß es.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft straf- und zivilrechtliche Konsequenzen. Juristen verweisen darauf, dass falsche Bombendrohungen als Straftat verfolgt werden und erhebliche Schadensersatzansprüche nach sich ziehen können, etwa für Einsatz- und Betriebskosten sowie für umgeleitete oder gestrichene Flüge. Ob im konkreten Fall weitere Tatvorwürfe in Betracht kommen, hängt von den Ergebnissen der Vernehmungen und der Auswertung der gesicherten Spuren ab.
Der Flughafenbetreiber kündigte gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden eine Überprüfung interner Abläufe an. Ziel sei es, Evakuations- und Kommunikationswege für vergleichbare Lagen zu präzisieren und die Wiederaufnahme des Flugbetriebs robuster zu organisieren. Für Reisende bedeutete der Vorfall am Sonntagabend kurzfristig Umleitungen, Verspätungen und einzelne Annullierungen; die Information über neue Abflugzeiten erfolgte schrittweise über Anzeigetafeln und Durchsagen.
Der Fall reiht sich in eine Serie einzelner Drohungen an Verkehrsknotenpunkten in Deutschland ein, die Behörden nach eigenen Angaben seit einiger Zeit sensibel bewerten. Für Baden-Württemberg betonten Polizei und Betreiber, man wolle die gewohnten Sicherheitsstandards am Flughafen Stuttgart halten und zugleich aus dem Einsatz Lehren für künftige Lagen ziehen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).