Der Betriebsrat von Bosch Mobility hat am 16. September 2026 ein Positionspapier vorgelegt und die schnelle Einsetzung einer Taskforce für die deutsche und europäische Auto- und Zuliefererindustrie gefordert. Demnach sollen Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik an einem runden Tisch koordinierte Maßnahmen vereinbaren, um Standorte zu sichern, Qualifizierung zu stärken und Investitionen in Schlüsseltechnologien zu beschleunigen.
Aus Betriebsratssicht verschärfen sich die Risiken aus dem Strukturwandel zur Elektromobilität, schwankender Nachfrage und wachsendem Konkurrenzdruck aus China. Genannt werden insbesondere sinkende Absatzprognosen, Kostendruck in laufenden Projekten und die Gefahr eines schleichenden Verlusts von Wertschöpfung. Das Gremium begründet die Forderung nach einer Taskforce mit der Notwendigkeit, Industriepolitik, Tarifpartnerlösungen und Unternehmensstrategien enger zu verzahnen.
Bosch verweist auf bereits eingeleitete Umstrukturierungen in der Mobility-Sparte der Robert Bosch GmbH. Nach Unternehmensangaben zielen die Maßnahmen darauf, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Zukunftsfelder zu finanzieren; etwaige Personalreduzierungen sollen sozialverträglich und in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen. Konkrete Programme zur Qualifizierung und internen Versetzung würden fortgeführt, heißt es aus dem Konzernumfeld.
Unterstützung kommt von der IG Metall. Die Gewerkschaft mahnt, kurzfristige Einschnitte ohne abgestimmten Plan könnten den industriellen Kern in Deutschland und Europa schwächen. Gefordert werden klare Leitplanken für Investitionen in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie verlässliche Förderinstrumente für die Transformation. Dazu zählen aus Gewerkschaftssicht etwa Qualifizierungsoffensiven, langfristige Standortzusagen und ein europäischer Ansatz bei Industrie- und Handelspolitik.
Branchenanalysten ordnen die Initiative als Reaktion auf einen breiteren Trend ein: Überkapazitäten in Teilen des Marktes, eine gebremste Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in einigen Regionen und neue Wettbewerber drücken auf Margen und Investitionspläne. Politik und Unternehmen diskutieren, welche Instrumente Bund und Europäische Union kurzfristig zur sozialen Abfederung und mittelfristig zur Stärkung der Innovationskraft bereitstellen können. Zur Debatte stehen etwa schnellere Genehmigungen, gezielte Förderung von Halbleitern, Batterietechnologien und Software sowie flankierende Regeln für fairen Wettbewerb.
Der aktuelle Vorstoß des Bosch-Betriebsrats richtet sich an Akteure in Baden-Württemberg und darüber hinaus. Der Hauptsitz in Gerlingen steht sinnbildlich für die enge Verflechtung des Unternehmens mit dem Automobilstandort. Ob und in welcher Form eine Taskforce zustande kommt, hängt nun von der Gesprächsbereitschaft der beteiligten Verbände, Unternehmen und politischen Ebenen ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).