Aktuell

Bosch streicht in Nürnberg 900 Stellen bis 2029

Robert Bosch halbiert am Standort Nürnberg seine Belegschaft: Rund 900 Stellen fallen bis Ende 2029 weg. Der Konzern verweist auf Wettbewerbs- und Preisdruck in der Automobilindustrie, IG Metall und Betriebsrat warnen vor Folgen für…

Der Automobilzulieferer Robert Bosch baut am Werk Nürnberg bis Ende 2029 rund 900 Stellen ab. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin am 28. September 2026. Der Schritt entspricht etwa der Hälfte der Belegschaft am Standort in der Zweibrückener Straße, wo vor allem Bauteile für den Antriebsstrang gefertigt werden.

Bosch führt den Abbau auf anhaltenden Wettbewerbs- und Preisdruck in der Automobilindustrie zurück. In betroffenen Segmenten sei die Nachfrage schwächer, die Kostenbasis zugleich hoch, hieß es. Der Konzern ordnet die Maßnahme in laufende Strukturprogramme ein. Konkrete Zusagen zu Versetzungen, Qualifizierungen oder Altersteilzeit nannte die Sprecherin zunächst nicht.

Der Betriebsrat und die IG Metall kritisierten die Ankündigung als massiven Einschnitt. Die IG Metall Nürnberg warnte, ein Abbau dieser Größenordnung könne die Zukunftsfähigkeit des Standorts gefährden. Die Arbeitnehmervertreter verlangen Verhandlungen über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich sowie über Perspektiven für eine Umstellung der Produktion auf zukunftsfähige Produkte, darunter Komponenten für Elektromobilität oder Wasserstofftechnik. Der Betriebsrat forderte, Kündigungen zu vermeiden und Qualifizierung auszubauen.

In der Region Mittelfranken wird mit Folgewirkungen über das Werk hinaus gerechnet. Neben den direkten Arbeitsplatzverlusten am Standort könnten Zulieferer und Dienstleister betroffen sein. Nach Angaben von Arbeitnehmervertretern läuft die bisherige Standortsicherung für das Werk zum 31. Dezember 2026 aus. Das hatte bereits in der Kommunalpolitik und bei der IG Metall Sorge vor einer möglichen Verlagerung einzelner Fertigungsschritte ausgelöst.

Arbeitsrechtlich sind nun Verhandlungen zwischen Arbeitgeber, Betriebsrat und Gewerkschaft über Interessenausgleich und Sozialplan zu erwarten. Bosch betonte, der Umbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen. Details zu Abfindungen, Transfergesellschaften oder internen Wechselmöglichkeiten lagen am 28. September 2026 nicht vor. Auch welche Produkte künftig in Nürnberg verbleiben oder neu angesiedelt werden, ließ das Unternehmen offen.

Der Schritt reiht sich in mehrere Restrukturierungen deutscher Zulieferer ein, die mit dem Umbruch der Antriebsstrukturen und internationalem Wettbewerbsdruck begründet werden. Entscheidend für die Perspektive des Werks werden die Ergebnisse der anstehenden Verhandlungen und die künftige Ausrichtung der Fertigung sein.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk