Nach dem Fund größerer Mengen toter Fische im Gleiwitzer Kanal in Polen stuft das Landesamt für Umwelt Brandenburg die Lage für die Oder aktuell als unkritisch ein. Nach Angaben der Behörde vom 24. August 2026 liegen an den automatischen Messstationen an der Grenzoder derzeit keine Werte vor, die auf eine akute Gefährdung des Flusses in Brandenburg hindeuten. Polnische Stellen hatten zuvor berichtet, in dem Oder-Zufluss in den vergangenen Tagen mehr als vier Tonnen verendeter Fische geborgen zu haben. Als wahrscheinliche Ursache gilt eine Algenblüte der Goldalge, wissenschaftlich Prymnesium parvum.
Das Landesamt für Umwelt Brandenburg verweist darauf, dass es kontinuierlich Parameter wie Sauerstoffgehalt, Chlorophyll und Leitfähigkeit überprüft. Besonders im Blick stehen die Messpunkte bei Frankfurt (Oder) und Hohenwutzen. Nach derzeitigem Stand bewegen sich die Messreihen im saisonal erwartbaren Bereich. Die Behörde steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit polnischen Behörden und wertet laufend Proben aus, um mögliche Veränderungen früh zu erkennen. In Polen wurden im betroffenen Abschnitt zusätzliche Probenahmen und lokale Einschränkungen des Zugangs veranlasst.
Hintergrund der Vorsicht sind die Erfahrungen aus dem Sommer 2022, als eine großflächige Goldalgenblüte zu einem massiven Fischsterben in der Oder führte. Damals wurden Hunderte Tonnen verendeter Fische registriert. Fachlich gilt als begünstigend für die Giftproduktion von Prymnesium parvum eine Kombination aus erhöhtem Salzgehalt, hohen Wassertemperaturen und geringer Abflussmenge. In der Folge wurden auf deutscher Seite Messnetze ausgebaut, Alarmschwellen präzisiert und die grenzüberschreitende Abstimmung mit Polen intensiviert.
Konkrete Folgemaßnahmen in Brandenburg hängen nun von der weiteren Entwicklung der Messwerte ab. Das Landesamt kündigte an, das Monitoring entlang der Oder fortzuführen und bei ersten Hinweisen auf eine Ausbreitung der Algenblüte die Probenahme zu verdichten. Über mögliche Auswirkungen auf Gewässernutzungen würden die betroffenen Stellen informiert, falls die Datenlage dies erfordert. Derzeit gibt es aus Brandenburg keine Hinweise auf toxische Belastungen der Oder.
Die Behörden raten davon ab, aus Einzelfunden fernab der Messpunkte auf eine Gefährdung des Hauptstroms zu schließen. Maßgeblich seien valide, zeitnah erhobene Daten. Polen und Brandenburg wollen die gegenseitige Information fortsetzen, um bei Anzeichen einer Verschlechterung rasch reagieren zu können.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).