Die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Claudia Plattner, hat im Deutschlandfunk klare, verbindlichere Vorgaben für den Schutz vor Cyberangriffen gefordert. Deutschland stehe „dauerhaft unter Beschuss“, sagte sie im Interview der Woche vom 21. August 2026. Besonders schutzbedürftig seien die öffentliche Verwaltung auf Länder- und Kommunalebene sowie Unternehmen, die Teile der kritische Infrastruktur betreiben.
Als Begründung verwies Plattner auf die zunehmende Professionalität und Systematik vieler Angreifer sowie auf die wachsende Angriffsfläche durch digital vernetzte Abläufe. Aus ihrer Sicht braucht es ein Zusammenspiel aus technischen Mindeststandards, klar zugewiesener organisatorischer Verantwortung und finanzieller Unterstützung für Länder und Kommunen. Dazu zählte sie Maßnahmen zur Härtung von Software, verlässliche Update-Pflichten und funktionierende Meldeketten für Sicherheitsvorfälle. Softwarehersteller und Dienstleister müssten Produkte so gestalten, dass sicherer Betrieb mit weniger Aufwand möglich sei; zugleich sei Regulierung erforderlich, um einheitliche Basisschutzniveaus durchzusetzen.
Plattners Appell berührt den föderalen Aufbau der IT-Sicherheitsarchitektur in Deutschland: Viele Zuständigkeiten liegen nicht beim Bund, weshalb Koordination und verbindliche Vorgaben zwischen den Ebenen entscheidend seien. Konkrete Gesetzesinitiativen nannte sie im Gespräch nicht. Nach Darstellung des BSI und unabhängiger Fachberichte hat sich der Druck auf Betreiber in Bereichen wie Energieversorgung, Verkehr und Teile der öffentlichen Verwaltung in den vergangenen Jahren erhöht; wiederholte Warnungen zielen dabei insbesondere auf Abhängigkeiten von veralteten Systemen, verspäteten Patches und mangelhaften Prozessen.
Tatsache ist: Die BSI-Präsidentin fordert stärker verpflichtende Standards und mehr Ressourcen, um Angriffsflächen zu verringern und Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Zugeschriebene Aussagen betreffen die Einschätzung der Gefährdungslage („dauerhaft unter Beschuss“) sowie den Handlungsbedarf bei Herstellern und Behörden. Offen bleibt, in welcher Form Bund und Länder zusätzliche Vorgaben ausgestalten und finanzieren. Prognosen über Kosten oder Fristen wurden von Plattner nicht abgegeben; sie verband ihre Mahnung jedoch mit dem Hinweis, dass Verzögerungen Verwundbarkeiten verlängern und Folgekosten erhöhen können.
Der Nachrichtenanlass ist die Ausstrahlung des Interviews am 21. August 2026. Ob und wann daraus politische Initiativen folgen, hängt von Entscheidungen in Bund und Ländern sowie der Bereitschaft der Wirtschaft ab, branchenspezifische Sicherheitsanforderungen umzusetzen. Das BSI will die Lagebeobachtung fortsetzen und Hinweise zu Mindeststandards sowie Vorfallmeldungen weiter konkretisieren.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).