Im Griestal bei Markt Rettenbach im Unterallgäu sorgt eine geplante landgestützte Lachszucht für wachsenden Konflikt. Die Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu des Bund Naturschutz hat am 14. August 2026 eine kritische Stellungnahme veröffentlicht. Sie verweist auf anhaltende Trockenheit in diesem Sommer, sinkende Quellschüttungen und die daraus folgende geringere Belastbarkeit der Bäche. In dieser Lage berge das Vorhaben Risiken für Grundwasser, Gewässerökologie und regionale Wasserverfügbarkeit.
Geplant ist der Umbau einer früheren Forellenzucht zu einer teilgeschlossenen Kreislaufanlage für Atlantischer Lachs. Nach Angaben des Betreibers Castell Salmon soll Wasser weitgehend aufbereitet und wiederverwendet werden. Das Unternehmen stellt in Aussicht, den deutschen Markt mit regional erzeugtem Lachs zu beliefern und spricht von einer potenziellen Jahresproduktion im hohen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Tonnenbereich. Konkrete, konsistent ausgewiesene Daten zu Spitzenbedarfen, Abwasserparametern und Emissionsminderungen sind aus Sicht von Kritikern bislang unzureichend dokumentiert.
Der Bund Naturschutz fordert vor diesem Hintergrund, die wasserwirtschaftlichen Annahmen mit Blick auf den niederschlagsarmen Sommer 2026 neu zu bewerten. Zudem moniert der Verband, dass die Einordnung als landwirtschaftliche Nutzung Planungswege vereinfacht habe. Dem hält der Betreiber entgegen, moderne Verfahren der Aquakultur mit hohem Recyclinggrad einzusetzen und damit Wasser- und Energieeffizienz zu verbessern. Auch eine Reduktion organischer Einträge durch technische Reinigung werde betont. Ob diese Systeme unter regionalen Niedrigwasserbedingungen die versprochenen Leistungen erreichen, ist Teil der fachlichen Kontroverse.
Behördlich laufen seit 2023 Genehmigungs- und Prüfverfahren; einschlägige Unterlagen sind öffentlich zugänglich. Aus den lokalen Debatten ergeben sich insbesondere drei Prüfsteine: Erstens die Nettobilanz des Wasserverbrauchs in kritischen Phasen, zweitens die Qualität und Betriebssicherheit der Reinigungs- und Rückhaltesysteme, drittens die behördliche Überwachung im laufenden Betrieb. Eine abschließende Bewertung hängt von vollständigen Gutachten und den Nebenbestimmungen künftiger Bescheide ab.
Interessen prallen aufeinander: Während Castell Salmon auf regionale Wertschöpfung und kurze Lieferketten setzt, priorisiert der Bund Naturschutz den Schutz der Wasserressourcen und der Gewässerökologie. Kommunen und Fachbehörden müssen in den nächsten Schritten Versorgungssicherheit, Naturschutzbelange und wirtschaftliche Perspektiven abwägen. Der Ausgang der Verfahren entscheidet, ob und in welcher Form die Anlage im Griestal realisiert werden kann.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).