Polizei & Justiz

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Angriffen auf Stromnetz

Nach einer Festnahme bei Weisweiler führt nun die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen zu Sabotageakten an Leitungen und Umspannwerken in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Die Generalbundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu den jüngsten Angriffen auf das deutsche Stromnetz übernommen. Hintergrund ist eine Serie von Sabotageakten gegen Leitungen und Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Bereits am 8. September wurde nahe dem Kraftwerk Weisweiler ein 48 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen.

Nach Angaben der Polizei Köln stand der Mann im Verdacht, an mehreren Anlagen Sprengsätze angebracht oder vorbereitet zu haben, um die Stromversorgung zu stören. Bei der Festnahme sei er im Besitz von Sprengmitteln gewesen; weitere explosive Vorrichtungen seien an einem mutmaßlichen Unterstand sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigte Ermittlungen wegen des Verdachts auf das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Störung öffentlicher Betriebe und die Beschädigung wichtiger Arbeitsmittel. Ob der Beschuldigte allein handelte, ist nach Behördenangaben offen.

Die Serie war Anfang September bekannt geworden. Ermittler fanden an einer Anlage bei Jänschwalde in Brandenburg mehrere Sprengvorrichtungen. In Bergheim bei Köln führte ein Eingriff zu einem Kurzschluss und Störungen. Vergleichbare Vorkommnisse wurden aus Dormagen und aus dem Umfeld des Kraftwerks Weisweiler gemeldet. Die zuständigen Behörden leiteten daraufhin Fahndungs- und Sicherungsmaßnahmen ein; am 5. September wurde eine Öffentlichkeitsfahndung veröffentlicht, in deren Folge Haftbefehle beantragt wurden.

Zu möglichen Motiven machten die Ermittler bislang keine abschließenden Angaben. Hinweise auf politische oder ideologische Hintergründe werden den Angaben zufolge ausgewertet. Medien benennen den Festgenommenen mit dem abgekürzten Nachnamen als Daniel V.; die Behörden nennen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes derzeit lediglich Alter und grobe Wohnortangaben. Über den weiteren Haftstatus und mögliche zusätzliche Tatorte äußerten sich die Ermittler zunächst nicht im Detail.

Mit der Übernahme des Verfahrens durch die Generalbundesanwaltschaft wird der Fall bundesweit koordiniert. Eine solche Zuständigkeit deutet in der Regel auf den Verdacht einer Tat mit erheblicher überregionaler Bedeutung oder möglicher terroristischer Tragweite hin. Unabhängig davon haben betroffene Landesbehörden angekündigt, den Schutz kritischer Energieinfrastrukturen auszubauen. Dazu gehören verstärkte Kontrollen an Umspannwerken, sensiblen Knotenpunkten der Hochspannungsnetze und relevanten Anlagen im Umfeld großer Kraftwerksstandorte.

Die Ermittlungen dauern an. Behörden betonen, dass weitere kriminaltechnische Auswertungen und Vernehmungen erforderlich sind, bevor belastbare Aussagen zu Täterschaft, Motivlage und möglicher Unterstützung durch Dritte getroffen werden können.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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