Die Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) hat am 27. Oktober 2026 den aktuellen Arbeitsstand zur Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle vorgestellt und die Zahl in Betracht kommender Gebiete weiter deutlich reduziert. Nach Angaben der BGE und mehrerer Medienberichte bleiben derzeit weniger als fünf Prozent der Bundesfläche in der engeren Prüfung; mehrere Bundesländer sind bereits formal aus der Auswahl gefallen. Für Baden-Württemberg bedeutet dies, dass vor allem Teilflächen im nördlichen und südlichen Schwarzwald weiterhin als potenzielle Standortregionen gelten, während Gebiete um Ulm und in der Kurpfalz bei Heidelberg nach geowissenschaftlichen Kriterien ausgeschieden wurden. ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-atommuell-endlager-schwarzwald-weiter-dabei-ulm-und-heidelberg-raus-100.html?t=%7Bseek_to_second_number%7D&utm_source=openai))
Kern des Verfahrens ist das 2017 verabschiedete Standortauswahlgesetz: Es schreibt vor, dass nur geologisch geeignete Regionen in die nächste Verfahrensstufe gelangen dürfen und dass die Auswahl wissenschaftsbasiert und schrittweise erfolgt. Die BGE wertet hierfür seit 2020 geologische Daten, Mindestanforderungen und Ausschlusskriterien aus; die Ergebnisse stehen unter der Aufsicht des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Nach dem aktuellen Zeitplan soll die BGE bis Ende 2027 Vorschläge für Standortregionen für die übertägige Erkundung vorlegen. ([bge.de](https://www.bge.de/de/endlagersuche/fragen-zur-endlagersuche/?utm_source=openai))
Die jüngste Eingrenzung hat unmittelbare politische und kommunale Folgen: Bundesländer und betroffene Landkreise, die nun nicht mehr im Verfahren verbleiben, sehen die Entscheidung als Entlastung, während Regionen, die weiterhin geprüft werden, mit intensiver öffentlicher Debatte und möglichen Widerständen rechnen müssen. Bürgermeister und Landesbehörden in Baden-Württemberg kündigten bereits an, das weitere Verfahren und die Prüfungen der BGE kritisch zu begleiten. Dass weniger als fünf Prozent der Fläche Deutschlands weiterhin geprüft werden, wurde in Berichten der vergangenen Tage als Markierung des fortschreitenden Verfahrens interpretiert. ([ingenieur.de](https://www.ingenieur.de/atommull-endlager-nur-noch-weniger-als-5-deutschlands-sind-im-rennen-f49c9891-105c-4f18-87ef-2006c299ed24/?utm_source=openai))
Sachlich getrennt sind die rechtlichen und technischen Schritte: Die BGE erstellt geowissenschaftlich begründete Regionenvorschläge; das BASE prüft diese fachlich; politische Entscheidungen über weitere Erkundungen folgen erst, sobald die rechtlich vorgeschriebenen Prüf- und Beteiligungsschritte durchlaufen sind. Unabhängig vom laufenden Auswahlverfahren bestehen bereits Bestände an hochradioaktivem Abfall in Zwischenlagern; das endgültige Tiefenlager für schätzungsweise rund 27.000 Kubikmeter soll nach geltendem Zeitplan voraussichtlich bis Mitte des Jahrhunderts gefunden werden, wobei konkrete Fristen vom weiteren Verfahren und Politikentscheidungen abhängen. Die Debatte wird damit in den kommenden Monaten an technischer Detailtiefe und politischer Schärfe zunehmen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).