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Bundeskriminalamt legt Bundeslagebild 2025 vor: Organisierte Kriminalität wird digitaler und sichtbarer

Das Bundeskriminalamt hat das Bundeslagebild 2025 vorgestellt und verzeichnet mehr digitale Vernetzung, transnationale Bezüge, eine höhere Gewaltneigung sowie eine stärkere Selbstinszenierung jüngerer Täter in sozialen Medien.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am 15. September 2026 das Bundeslagebild Organisierte Kriminalität für das Berichtsjahr 2025 vorgestellt. Dem Bericht zufolge verändern sich Strukturen, Arbeitsweisen und öffentliche Darstellung der Szene spürbar. Kriminelle Gruppen arbeiten demnach zunehmend digital vernetzt und über Landesgrenzen hinweg; viele Verfahren weisen transnationale Bezüge auf. Zugleich registrieren die Behörden eine höhere Gewaltneigung, darunter Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen und gezielte Einschüchterungen im Umfeld von Bandenauseinandersetzungen.

Als prägend beschreibt das BKA eine arbeitsteilige Organisation entlang krimineller Wertschöpfungsketten. Logistik, Geldwäsche, Waffenvermittlung und technische Dienstleistungen würden vermehrt ausgelagert und gegen Bezahlung angeboten. Sicherheitsexpertinnen und -experten sprechen dafür von einem „Crime-as-a-Service“-Umfeld. Rauschgiftkriminalität bleibt laut Lagebild ein zentrales Feld, eng verknüpft mit internationaler Logistik und komplexen Geldwäschestrukturen. Insgesamt verzeichneten die Ermittlerinnen und Ermittler 2025 zahlreiche Verfahren mit internationaler Dimension und tausende Tatverdächtige im Bereich der organisierten Kriminalität.

Neu im Erscheinungsbild ist nach Darstellung des BKA die öffentliche Inszenierung vor allem jüngerer Tätergruppen. Soziale Medien dienen vermehrt der Selbstdarstellung, der Zurschaustellung von Macht und Status sowie der Rekrutierung. In diesem Zusammenhang wird im Lagebild die zugespitzte Umschreibung „Gen‑Z‑Mafia“ zitiert. Das BKA betont zugleich, es handle sich um eine Beschreibung eines Kommunikationsstils, nicht um eine wissenschaftliche oder rechtliche Kategorie.

Als Konsequenz aus den Befunden werben das BKA-Präsidium und das Bundesinnenministerium für engere internationale Kooperationen, den Ausbau digitaler Analysekapazitäten und eine konsequentere Abschöpfung krimineller Vermögen. Zudem empfehlen sie präventive Maßnahmen gegen Rekrutierung und Gewaltinszenierungen auf Plattformen, darunter bessere Medienkompetenz-Angebote, zielgruppengerechte Ansprache und eine stärkere Zusammenarbeit mit Betreibern. Diese Forderungen sind Bewertungen und Zielsetzungen der Behörde; sie ergänzen die dokumentierten Tatbestände des Lagebilds.

Hintergrund ist ein längerfristiger Wandel: Während sich kriminelle Netzwerke früher stark abschotteten, erhöht die Verfügbarkeit digitaler Werkzeuge heute Reichweite, Geschwindigkeit und Sichtbarkeit. Gleichzeitig erschweren verschlüsselte Kommunikationskanäle und global verzweigte Zahlungswege die Strafverfolgung. Das BKA verweist auf die Dynamik technologischer Entwicklungen und die Notwendigkeit, Ermittlungsansätze laufend anzupassen. Der Bericht trennt zwischen belegten Entwicklungen im Jahr 2025 und Prognosen künftiger Risiken. Die aktuelle Veröffentlichung stellt die jüngsten Befunde und Prioritäten vor und knüpft an frühere Lagebilder an, die bereits den Trend zu internationalisierten, digital gestützten Geschäftsmodellen der organisierten Kriminalität aufgezeigt hatten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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