Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat am 2. September 2026 den Erntebericht 2026 vorgestellt und die kombinierte Lage von Dürre, Hitze und steigenden Betriebskosten als „Krise von nationaler Tragweite“ bezeichnet. Nach den vorläufigen Zahlen der amtlichen Statistik liegt die Getreideernte 2026 bei rund 37,4 Millionen Tonnen und damit 7,3 Prozent unter dem Vorjahr; der Hektarertrag wird mit 69,1 Dezitonnen angegeben. Besonders betroffen ist Winterweizen mit geschätzten 20,2 Millionen Tonnen, das sind etwa 10,4 Prozent weniger als 2025. Auch Winterraps verzeichnet deutliche Einbußen. (Angaben: Erntebericht 2026 / Destatis; Vorstellung auf der Pressekonferenz der Bundesregierung, 2. September 2026.)
Rainer betonte, dass die offiziellen Erntedaten allein kein umfassendes Lagebild lieferten: In vielen Regionen, vor allem im Süden und Südwesten, seien Mais- und Futterbestände stark geschädigt, an manchen Standorten habe nach dem ersten Schnitt kaum noch nachgewachsenes Gras Bestand. Zusätzlich belasteten hohe Preise für Diesel und Dünger sowie Störungen in der Tierhaltung, etwa im Schweinemarkt, die betriebliche Lage.
Als Sofortmaßnahmen kündigte die Bundesregierung folgende Punkte an: Die bestehende Liquiditätshilfe über die Landwirtschaftliche Rentenbank soll um 300 Millionen Euro auf ein Darlehensvolumen von insgesamt 500 Millionen Euro aufgestockt werden; ein zweites Liquiditätsprogramm mit niedrigeren Zinsen und längeren Laufzeiten soll zeitnah aufgelegt werden. Ergänzend sollen EU-Mittel für Düngemittel zielgerichtet als Hektarprämien an besonders betroffene Betriebe ausgezahlt werden (60 Millionen Euro). Zudem plant die Regierung eine einmalige Erhöhung der Direktzahlungen 2027 um den rechtlich möglichen Umfang; nach derzeitiger Planung würden die Direktzahlungen von rund 4,1 Milliarden Euro 2026 auf rund 4,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 steigen.
Rainer hob hervor, es gehe nicht um die Kompensation jeder Ertragsschwankung, wohl aber um das Verhindern dauerhafter Substanzverluste bei Betrieben, die Wertschöpfung und Versorgungssicherheit gefährden könnten. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) stellt Details und Antragsmodalitäten online bereit. Die Bundesregierung kündigte an, Lage und Wirkung der Maßnahmen zeitnah zu überprüfen und regional angepasst nachzusteuern.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).