Wissenschaft & Technik

Bundestag legt Stand der Forschung zu Lebenserhaltungssystemen für Langzeitmissionen dar

Die Bundesregierung informiert in einer Antwort an den Bundestag (20. Oktober 2026) über laufende Projekte zu regenerativen Lebenserhaltungssystemen; konkrete technische Zielwerte liegen für einige Vorhaben noch nicht vor, ein erster integrierter Test ist für…

Am 20. Oktober 2026 hat der Deutsche Bundestag eine Regierungsantwort zum Forschungsstand bei Lebenserhaltungssystemen für astronautische Langzeitmissionen veröffentlicht. Anlass war eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion; die Parlamentsnachrichten verweisen auf die Drucksache 21/8648. Darin nennt die Bundesregierung Projekte, Zeitachsen und den derzeitigen Erkenntnisstand zu regenerativen beziehungsweise geschlossenen Systemen zur Selbstversorgung von Besatzungen über lange Missionszeiträume. ([bundestag.de](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1225784))

Demnach führt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Studie LAM‑GTD durch; bis zum 31. August 2026 seien wichtige Meilensteine erreicht worden, etwa die Fertigstellung eines Vorabdesigns und die Anbahnung internationaler Partnerschaften mit Kanada und den Vereinigten Staaten. Ein „erstmaliger integrierter Erprobungsdurchlauf“ ist nach Angaben der Bundesregierung für das Jahr 2032 vorgesehen. Parallel erstattet die deutsche Raumfahrtagentur Bericht über eine laufende Marktuntersuchung zu Lebenserhaltungssystemen; die Europäische Weltraumorganisation (ESA) strukturiere ihre Aktivitäten auf diesem Feld neu. ([bundestag.de](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1225784))

Ein gesonderter Punkt ist das EDEN‑LUNA‑Gewächshausprojekt: Nach Regierungsangaben ist der Anschluss von EDEN‑LUNA an die LUNA‑Anlage derzeit für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Da EDEN‑LUNA noch in der Aufbauphase ist, lagen zum Stichtag 31. August 2026 „noch keine quantifizierten technischen Zielwerte“ zur Produktion essbarer Biomasse oder zum Energie‑, Wasser‑ und Nährstoffbedarf sowie zum Arbeitsaufwand der Besatzung vor. ([bundestag.de](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1225784))

Die Antwort der Bundesregierung enthält zudem eine Auflistung von Forschungs‑ und Entwicklungsprojekten seit 2015, die sich mit regenerativen oder geschlossenen Lebenserhaltungssystemen befassen. Relevante Forschungsfragen betreffen den Grad der Systemschließung, Energie‑ und Ressourcenbilanzen, Bioverfahrenstechnik für Nahrungsmittelproduktion sowie Fragen der Betriebsführung und internationalen Kooperation. Konkrete Leistungskennwerte bleiben in mehreren Vorhaben erst nach weiteren Testphasen zu erwarten. ([bundestag.de](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1225784))

Für Politik und Raumfahrtwirtschaft bedeutet der Bericht, dass Deutschland sowohl in Grundlagenforschung als auch in Systemintegration und internationalen Partnerschaften aktiv ist, die für künftige Mond‑ oder Marsmissionen nötig sind. Zugleich weist die Darstellung darauf hin, dass praktische, validierbare Leistungsdaten und Langzeiterprobungen—etwa zur Biomasseproduktion unter realitätsnahen Bedingungen—bis 2027 beziehungsweise dem avisierten integrierten Test 2032 weiter fehlen. Dies bestimmt den Zeithorizont für politische Entscheidungen über Finanzierung, Infrastruktur und internationale Beitragsleistungen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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