Die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen, Daniela Cavallo, hat betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bei Volkswagen ausgeschlossen. Nach einem Treffen im VW-Werk Hannover sagte sie, ein Zukunftsprogramm dürfe nicht auf Personalabbau, niedrigere Arbeitskosten und das Infragestellen von Standorten hinauslaufen. Die Beschäftigten bräuchten verlässliche Perspektiven, über die der Vorstand zeitnah informieren müsse.
Die Aussagen stehen im Zusammenhang mit einer Reihe von Betriebsversammlungen, die ab dem 25. August 2026 in Wolfsburg beginnen. Auf der ersten Betriebsversammlung will die Arbeitnehmervertretung vom Vorstand Details zum angekündigten Sparkurs einfordern. Vorstandschef Oliver Blume hatte in den vergangenen Monaten wiederholt auf die Notwendigkeit zusätzlicher Einsparungen hingewiesen; in Medienberichten ist von internen Szenarien zur deutlichen Personalanpassung die Rede. Cavallo verwies darauf, dass die Beschäftigungssicherung hart erkämpft worden sei und sozialverträgliche Instrumente wie Altersteilzeit fortgeführt werden müssten.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies verband seinen Besuch mit dem Appell, gemeinsam Perspektiven für die Werke im Land zu erarbeiten. Er betonte die Bedeutung der Industriestandorte für ganze Regionen und erinnerte an die Rolle des Landes als Großaktionär mit Sperrminorität nach dem VW-Gesetz. Wettbewerbsnachteile etwa bei Energiepreisen und Handelsbedingungen müssten politisch adressiert werden, so Lies.
Hintergrund der Debatte sind anstehende Modellwechsel und das Auslaufen einzelner Baureihen. Nach bisherigen Planungen sind für Standorte wie Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm in den frühen 2030er-Jahren nicht in allen Fällen Nachfolgeprojekte öffentlich benannt. Aus Sicht der Belegschaft erhöht dies den Druck auf die Konzernführung, Investitions- und Produktentscheidungen zeitnah festzuzurren und transparent zu machen. Der Volkswagen-Konzern hatte wiederholt betont, die Transformation zur Elektromobilität sowie Effizienzsteigerungen voranzutreiben; konkrete Maßnahmenpakete werden intern vorbereitet und schrittweise kommuniziert.
Für die kommenden Wochen rechnen Arbeitnehmervertreter mit weiteren Gesprächen zu Standort- und Beschäftigungssicherung. Entscheidend sei aus Sicht des Betriebsrats, dass der Sparkurs nicht zu einem Erodieren von Know-how und Lieferketten an deutschen Werken führe. Zugleich wird erwartet, dass der Vorstand auf den Betriebsversammlungen Zwischenstände zu Produktbelegungen und Qualifizierungsprogrammen erläutert.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).