Aktuell

Cyberangriff bremst Bau am Fehmarnbelt-Tunnel

Ein IT-Angriff auf das Baukonsortium Femern Link Contractors hat seit dem 13. Oktober zentrale Abläufe auf der Fehmarnbelt-Baustelle gestört. Femern A/S bestätigte den Vorfall; Details zu Ursache und Umfang sind offen.

Ein Cyberangriff auf das Baukonsortium Femern Link Contractors hat seit dem 13. Oktober zentrale IT-Systeme der Fehmarnbelt-Baustelle beeinträchtigt. Femern A/S, die Bauherrin des Projekts und Tochter von Sund & Bælt, bestätigte den Vorfall. Demnach steht Femern A/S in engem Austausch mit dem Konsortium; zu Ausmaß, Ursache und mutmaßlicher Täterschaft wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Nach übereinstimmenden Medienberichten wurden am Dienstag Teile der digitalen Infrastruktur des Konsortiums vorsorglich abgeschaltet. Mitarbeitende seien angewiesen worden, betroffene Rechner und Netzwerke nicht zu nutzen. Daraus ergaben sich Störungen im Bauablauf sowohl auf der dänischen Seite bei Rødbyhavn als auch auf der deutschen Seite bei Puttgarden. Hinweise auf eine Gefährdung der Baustellensicherheit oder des Bauwerks selbst lagen zunächst nicht vor.

Der Angriff trifft ein grenzüberschreitendes Infrastrukturvorhaben mit hoher Relevanz für Schleswig-Holstein. Der Fehmarnbelt-Tunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden und Straße sowie Schiene unter dem Belt führen. Der aktuelle Zwischenfall betrifft nach derzeitigem Kenntnisstand vor allem Planungs-, Kommunikations- und Logistikprozesse. Ob Termine oder Kosten des Projekts spürbar beeinflusst werden, ist offen. Dazu haben Femern A/S und das Konsortium keine belastbare Einschätzung veröffentlicht.

Technische Details sind bislang nicht bestätigt. In dänischen Berichten ist von einer ausgenutzten Sicherheitslücke die Rede; eine Attribution zu bestimmten Tätergruppen liegt nicht vor. Zuständige Stellen in Dänemark begleiten nach Angaben aus Projektkreisen die Analyse und Wiederherstellung der Systeme. Auf deutscher Seite wurden zunächst keine zusätzlichen Sicherheitswarnungen für den Bereich der Baustelle in Puttgarden bekannt.

Die Folgen für die Baustelle hängen wesentlich von der Dauer des IT-Ausfalls ab. Je länger Steuerungs-, Dokumentations- und Lieferkettenprozesse eingeschränkt bleiben, desto stärker dürfte der operative Betrieb gebremst werden. Fest steht, dass zentrale Systeme des Konsortiums zeitweise offline waren und einzelne Abläufe erst nach und nach neu geordnet werden müssen. Verbindliche Aussagen über wirtschaftliche Schäden oder Vertragsfolgen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Das Projekt wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von Termin- und Kostendebatten begleitet. Ob der aktuelle Cyberangriff diese Entwicklung verstärkt, lässt sich erst beurteilen, wenn die technische Bestandsaufnahme von Femern Link Contractors, Femern A/S und beteiligten Behörden vorliegt. Bis dahin bleiben Einschätzungen zum Gesamtschaden vorläufig und unter Vorbehalt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels