Baden-Württemberg

Cyberangriff legt Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg in Reutlingen lahm

Nach einem Cyberangriff hat das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg in Reutlingen zentrale IT-Dienste vorsorglich abgeschaltet. Mehrere Hochschulen melden Ausfälle in Lehre und Verwaltung.

Das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ-BW) in Reutlingen hat am 7. Oktober 2026 einen Cyberangriff festgestellt und umgehend zentrale Systeme vom Netz genommen. Nach Angaben des Zentrums wurden Internetzugang und Telefonie getrennt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zahlreiche von dort betreute Hochschulen berichten seither von Einschränkungen bei Lehr- und Verwaltungsdiensten. Der Umfang der Störungen ist weiterhin in Klärung. Stand: 10. Oktober 2026.

Das HSZ-BW unterstützt mehrere nichtuniversitäre Hochschulen in Baden-Württemberg mit Betrieb und Entwicklung zentraler Anwendungen, unter anderem für Campus Management, Ressourcenplanung, Informationssicherheit und Datenschutz. Welche konkreten Dienste betroffen sind, variiert je nach Einrichtung. Die Pädagogische Hochschule Freiburg meldete auf ihrer Systemstatus-Seite Beeinträchtigungen bei E-Mail- und Verwaltungsprozessen. Auch die Hochschule Reutlingen informierte über Einschränkungen. Weitere Einrichtungen im Land verweisen auf ausfallende oder nur eingeschränkt verfügbare Angebote.

Das Zentrum koordinierte nach eigenen Angaben einen Krisenstab und zog externe IT-Forensik hinzu. Ermittlungsbehörden wurden informiert. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg steht demnach beratend zur Seite. Ob Daten abgeflossen sind, war zunächst unklar. Das HSZ-BW kündigte an, betroffene Stellen und, falls erforderlich, auch Personen gemäß den Vorgaben des Datenschutzrechts zu benachrichtigen.

Aus dem Umfeld der Hochschulen heißt es, dass Prüfungs- und Studierendenverwaltung an einzelnen Standorten nur mit Verzögerungen laufe. Lehrplattformen und interne Kommunikationswege seien teils nur sporadisch erreichbar. Zugeschriebene Aussagen, wonach Lernplattformen landesweit vollständig ausgefallen seien, ließen sich am Samstag nicht verlässlich bestätigen. Priorität habe die Wiederherstellung sicherer Grundfunktionen; Zeitpläne nannte das Zentrum bislang nicht.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie gemeldeter Angriffe auf Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen in Deutschland ein. Fachleute verweisen darauf, dass zentral betriebene Querschnittsdienste ein attraktives Ziel sind, weil sie gleich mehrere Institutionen treffen können. Zugleich erleichtere die Bündelung von Diensten standardisierte Schutz- und Wiederanlaufprozesse. Welche Lehren das HSZ-BW aus dem Angriff zieht, wird von der forensischen Auswertung und der Risikoabwägung bei der Wiederinbetriebnahme abhängen.

Für Studierende und Beschäftigte betroffener Hochschulen empfehlen die Einrichtungen, offizielle Hinweise zu beachten, alternative Kontaktwege zu nutzen und Verdachtsfälle – etwa ungewöhnliche Login-Aufforderungen – umgehend zu melden. Das HSZ-BW will fortlaufend informieren, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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