Baden-Württemberg

Cyberangriff legt Hochschulservicezentrum in Baden-Württemberg lahm

Seit dem 7./8. Oktober sind zentrale Hochschulsysteme in Baden-Württemberg nach einem Ransomware-Angriff ausgefallen. Ermittler stufen den Vorfall so ein und rechnen mit einer Lösegeldforderung.

Nach einem massiven Cyberangriff auf das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ-BW) sind seit dem 8. Oktober 2026 zentrale, vom HSZ-BW betriebene Systeme vieler angeschlossener Hochschulen nicht erreichbar. Mehrere Einrichtungen meldeten Ausfälle bei Verwaltungsdiensten, Lernplattformen und E-Mails. Die Ermittlungsbehörden ordnen den Vorfall anhand der bisherigen Spuren als Ransomware-Angriff ein und rechnen mit einer Lösegeldforderung.

Die Störung war am Abend des 7. Oktober aufgefallen. Seither haben zahlreiche Hochschulen den Betrieb einzelner IT-Dienste eingeschränkt oder Verbindungen zu den HSZ-BW-Systemen vorsorglich getrennt. Bestätigungen kamen unter anderem von der Technischen Hochschule Mannheim und der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Auch weitere Standorte in Baden-Württemberg berichten über Beeinträchtigungen und verweisen auf laufende Krisenstäbe.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Nach übereinstimmenden Berichten des Südwestrundfunks gehen spezialisierte Ermittler davon aus, dass Täter zeitnah Lösegeldforderungen stellen oder über einschlägige Kanäle Kontakt suchen. Ein konkretes Erpresserschreiben, Schadenssummen oder Angaben zu abgeflossenen Datensätzen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Das Wissenschaftsministerium in Stuttgart erklärte, man halte Details aus ermittlungstaktischen Gründen zurück. Die betroffenen Hochschulen arbeiten nach eigenen Angaben mit dem HSZ-BW, internen IT-Teams und externen IT-Sicherheitsspezialisten zusammen. Vorrang haben die Sicherung der Infrastruktur, forensische Analysen und die Vorbereitung von Wiederherstellungsmaßnahmen. Zeitpläne für die vollständige Rückkehr zum Regelbetrieb wurden nicht genannt.

Das HSZ-BW erbringt als gemeinsames IT-Dienstleistungszentrum für mehrere Hochschulen zentrale Services und hat seinen Sitz in Reutlingen. Entsprechend weitreichend sind die Folgen der Abschaltung: Studierende und Beschäftigte müssen sich auf Verzögerungen bei Verwaltungsprozessen und auf Einschränkungen in Lehre und Kommunikation einstellen. Ob personenbezogene Daten betroffen sind, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Für diesen Fall wären Melde- und Informationspflichten nach dem Datenschutzrecht zu prüfen.

Bewertung und Ausblick: Die Lage entwickelt sich dynamisch und hängt von Ermittlungsergebnissen und der technischen Wiederherstellung ab. Ob die Täter eine Forderung stellen und wie die betroffenen Stellen damit umgehen, ist offen. Die Ermittler raten in vergleichbaren Fällen regelmäßig zu enger Abstimmung mit den Behörden und dazu, keine übereilten Entscheidungen zu treffen. Offizielle Lageberichte der Hochschulen und des HSZ-BW werden fortlaufend aktualisiert, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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