Daimler Truck hat am 10. September 2026 seine Wasserstoffstrategie für den schweren Straßengüterverkehr bekräftigt und zusätzliche Investitionen in Fahrzeuge, Komponenten und Infrastruktur angekündigt. Nach Unternehmensangaben sollen in den kommenden Jahren dreistellige Millionensummen in Brennstoffzellen-Lkw und ein darauf abgestimmtes Ökosystem fließen. Der Vorstand verknüpft die Ausgaben mit Pilotanwendungen bei Kunden, dem Aufbau von Betankungsanlagen sowie Lieferketten für verflüssigten Wasserstoff.
Im Mittelpunkt steht eine Doppelstrategie: Batterieelektrische Lkw sollen den Nah- und Regionalverkehr abdecken, während Brennstoffzellen-Lkw für Langstrecken mit hoher Nutzlast und kurzen Tankstopps vorgesehen sind. Als Energieträger favorisiert Daimler Truck flüssigen Wasserstoff. Das Unternehmen verweist auf die höhere Energiedichte und auf potenzielle Vorteile bei Reichweite und Betankungsdauer für schwere Sattelzugmaschinen.
Konkret kündigt Daimler Truck eine Kleinserie von rund 100 Fahrzeugen unter dem Namen Mercedes-Benz NextGenH2 Truck ab Ende 2026 an. Die Lkw sollen schrittweise bei ausgewählten Kunden in den Praxiseinsatz gehen. Als Erstkunde wird der Logistiker Dachser genannt. Eine Serienfertigung in größerem Umfang stellt der Konzern für die frühen 2030er Jahre in Aussicht; Voraussetzungen sind ein verlässliches Tankstellennetz und wettbewerbsfähige Betriebskosten.
Zur Absicherung der Versorgung und Logistik verweist Daimler Truck auf bestehende und geplante Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette. Dazu zählen die Brennstoffzellen-Entwicklung im Gemeinschaftsunternehmen cellcentric sowie Absichtserklärungen mit Energie- und Industriepartnern, um Lieferketten für verflüssigten Wasserstoff nach Europa aufzubauen. Genannt wird unter anderem eine Vereinbarung, die Transporte über den Hafen Hamburg vorsieht, sowie die Zusammenarbeit mit Kawasaki Heavy Industries bei der Skalierung von Infrastruktur.
Als größte Hürden nennt die Branche die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff, die Kosten für Erzeugung und Transport sowie den zügigen Ausbau standardisierter Betankungsanlagen. Daimler Truck drängt auf verlässliche politische Rahmenbedingungen, damit Flottenbetreiber Investitionssicherheit erhalten. Der Konzern will seine Wasserstoffpläne auf der IAA Transportation 2026 in Hannover präsentieren und weitere Praxisprojekte starten.
Die Ankündigungen stützen sich überwiegend auf Unternehmensangaben. Der Markt für wasserstoffbasierte Langstrecken-Lkw befindet sich in einer frühen Phase. Ob und wann die Technologie im großen Maßstab wirtschaftlich tragfähig wird, hängt von Energiepreisen, Infrastrukturtempo und regulatorischen Vorgaben ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).