Auf der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt kommt es seit einigen Tagen zu Einschränkungen. Nach Angaben des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn ist in den Tunneln Hirsau und Forst die Steuer- und Vergrämungstechnik der dort eingebauten Schutzkammern für Fledermäuse gestört. Aus Sicherheitsgründen wurden die Geschwindigkeit in den Abschnitten reduziert und einzelne Fahrten aus dem Plan genommen. Der SWR berichtete zuerst über die Maßnahme, die mit dem Artenschutz begründet wird.
Die Strecke wurde 2026 reaktiviert und unterliegt strengen artenschutzrechtlichen Auflagen. In beiden Bestandstunneln wurden im Zuge der Planfeststellung bauliche Trennwände sowie sensorische und akustische Systeme installiert, die verhindern sollen, dass Fledermäuse in den Fahrraum gelangen. Diese sogenannten Kammerlösungen sind Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses des Regierungspräsidiums Karlsruhe und Voraussetzung für den regulären Betrieb.
Zur Ursache der Störung machte der Zweckverband bislang keine präzisen Angaben. Es handelt sich demnach um eine Fehlfunktion an der Steuertechnik der Schutzanlagen. Fachfirmen prüfen die Systeme, kurzfristige Reparaturen wurden eingeleitet. Ein Termin, ab wann der Regelbetrieb wieder möglich ist, wurde nicht genannt.
Die Betreiber verweisen auf die rechtliche Pflicht, die europarechtlich geschützten Fledermausbestände zu sichern. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte im Zulassungsverfahren festgelegt, dass im Zweifelsfall vorsorgliche Betriebsbeschränkungen greifen müssen. Die aktuellen Maßnahmen folgen dieser Vorgabe. Sie belasten jedoch den Betrieb: Fahrzeiten verlängern sich, Pendlerinnen und Pendler müssen mit Ausfällen rechnen, und der Zweckverband muss zusätzliche Überwachung und Instandhaltung organisieren.
Hintergrund der strengen Vorgaben ist die Lage der Tunnel in Lebensräumen mehrerer Fledermausarten. Die eingebauten Systeme kombinieren bauliche Abtrennungen mit Sensorik und akustischer Vergrämung, um Fehleinflüge zu vermeiden. Solange die Technik nicht zuverlässig arbeitet, bleibt der Zugverkehr in den Abschnitten gedrosselt. Der Zweckverband kündigte an, nach der Störungsbeseitigung die Schutzmaßnahmen auszuwerten und das Monitoring zu verstärken, um wiederkehrende Ausfälle zu vermeiden.
Faktisch gilt damit auf der Hermann-Hesse-Bahn ein Sonderfahrplan mit verringertem Tempo in den Tunneln Hirsau und Forst sowie punktuellen Zugausfällen. Weitere Details zu Umfang und Dauer der Einschränkungen werden nachgereicht, sobald die Prüfungen abgeschlossen sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).