Wirtschaft

Destatis: 10 % mehr Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse im Jahr 2025

Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 einen Anstieg positiv beschiedener Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsabschlüsse auf rund 86 600 Fälle – ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber 2024. Das Wachstum verlangsamt sich damit deutlich gegenüber…

Wiesbaden, 19. August 2026 — Im Jahr 2025 sind in Deutschland rund 86 600 im Ausland erworbene Berufsabschlüsse anerkannt worden. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet damit ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber 2024 (79 100). Zugleich hat sich die Dynamik spürbar abgeschwächt: 2024 lag der Zuwachs noch bei 21 Prozent, 2023 bei 25 Prozent.

Knapp 84 Prozent der positiv beschiedenen Verfahren betrafen Berufe, die nach Bundesrecht geregelt sind, 16 Prozent entfielen auf nach Landesrecht geregelte Berufe. Insgesamt bearbeiteten die zuständigen Stellen 2025 laut Destatis 102 900 Verfahren, darunter 76 200 Neuanträge. Dies entspricht einem Anstieg der bearbeiteten Verfahren um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei den Herkunftsstaaten zeigt sich eine Verschiebung: Am häufigsten wurden 2025 Abschlüsse aus der Türkei anerkannt (9 800; 11 Prozent), gefolgt von der Ukraine (rund 8 300; 10 Prozent). Deutlich zugenommen haben Anerkennungen von in Syrien erworbenen Qualifikationen (+42 Prozent gegenüber 2024; 6 100 Fälle). Dagegen ging die Zahl positiv beschiedener Verfahren aus Bosnien und Herzegowina merklich zurück (2025: 2 800; 2024: 4 000).

Beruflich bleibt die Pflege zentral: Der Beruf Pflegefachfrau/Pflegefachmann (inklusive Vorgängerberufe) war mit 32 000 anerkannten Abschlüssen 2025 erneut am häufigsten. Es folgen Ärztin/Arzt (13 900) und Ingenieurin/Ingenieur (4 600); diese drei Berufsgruppen machten zusammen 58 Prozent aller Anerkennungen aus.

Destatis weist methodische Einschränkungen für Bayern aus: Aufgrund von Änderungen des Bayerischen Statistikgesetzes werden für landesrechtliche Berufe in Bayern für die Berichtsjahre 2024 und 2025 Daten des Jahres 2023 herangezogen. Die Statistik basiert auf den Erhebungen nach den Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzen (BQFG) des Bundes und der Länder. Ergänzend melden einzelne Landesämter, etwa in Baden-Württemberg und Hessen, steigende Verfahrenszahlen und ähnliche Muster bei Herkunftsländern und Berufsgruppen.

Die Zahlen unterstreichen die anhaltende arbeitsmarktbezogene Nachfrage nach qualifizierten Zuwanderinnen und Zuwanderern. Zugleich deutet die geringere Wachstumsrate auf mögliche Sättigungseffekte in besonders nachgefragten Berufen sowie auf Kapazitätsgrenzen in Anerkennungsstellen hin. Ob sich dieser Trend fortsetzt, lässt sich erst mit weiteren amtlichen Zeitreihen belastbar beurteilen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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