Wirtschaft

Destatis: Frauen 2024 häufiger mit Abitur – Männer bei niedrigeren Abschlüssen überrepräsentiert

Im Abgangsjahr 2024 erreichten an allgemeinbildenden Schulen 55 Prozent der Abiturientinnen und Abiturienten die Allgemeine Hochschulreife als Frauen. Bei niedrigeren Abschlüssen überwogen Männer, wie das Statistische Bundesamt am 20. August 2026 mitteilte.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am 20. August 2026 neue Zahlen zu Schulabschlüssen an allgemeinbildenden Schulen für das Abgangsjahr 2024 vorgelegt. Demnach erwarben 258 300 Absolvierende die Allgemeine Hochschulreife; 55 Prozent davon waren Frauen, 45 Prozent Männer. Unter den 133 100 Absolvierenden mit Erstem Schulabschluss stellten Männer 59 Prozent und Frauen 41 Prozent. Beim Mittleren Schulabschluss, den 344 200 Personen erreichten, lag der Anteil der Männer bei 51 Prozent und der der Frauen bei 49 Prozent.

Die Daten beziehen sich auf allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Der Erste Schulabschluss ist ein Abschluss der Sekundarstufe I, der üblicherweise am Ende der 9. Klasse erworben werden kann. Der Mittlere Schulabschluss wird in der Regel am Ende der 10. Klasse der Sekundarstufe I erreicht. Die Allgemeine Hochschulreife berechtigt zum Studium an Universitäten und Fachhochschulen. Die von Destatis ausgewiesenen Anteile zeigen: Mit sinkendem formalen Abschlussniveau nimmt der Männeranteil zu, während bei der Allgemeinen Hochschulreife Frauen überwiegen.

Faktisch beschreibt diese Verteilung einen anhaltenden Gender Education Gap in Deutschland. Das Muster, dass junge Frauen bei höheren Schulabschlüssen überdurchschnittlich vertreten sind und junge Männer häufiger in den Gruppen mit niedrigerem Abschluss vorkommen, wird durch die aktuellen Abgangszahlen 2024 bestätigt. Destatis spricht in seinen Veröffentlichungen seit Längerem von geschlechtsspezifischen Unterschieden in Bildungswegen, die sich sowohl bei Schulabschlüssen als auch in späteren Bildungsstationen niederschlagen können.

Zu berücksichtigen ist, dass die hier berichteten Zahlen ausschließlich allgemeinbildende Schulen betreffen. Berufsbildende Abschlüsse und Verläufe in der beruflichen Bildung sind in diesen Angaben nicht enthalten und werden in separaten Statistiken erfasst. Gleichwohl sind die Anteile an der Allgemeinen Hochschulreife und an den Abschlüssen der Sekundarstufe I ein zentraler Indikator für spätere Bildungschancen und Zugänge zum Studium.

Destatis ordnet die Ergebnisse in das Abgangsjahr 2024 ein und nennt die absoluten Zahlen sowie die prozentuale Verteilung nach Geschlecht. Weitere Differenzierungen, etwa nach Bundesländern, Schularten oder Migrationshintergrund, sind der detaillierten Bildungsstatistik vorbehalten und wurden in der Mitteilung nicht ausgewiesen. Die nun veröffentlichten Kennziffern liefern damit einen aktuellen, bundesweiten Überblick über die geschlechtsspezifische Verteilung der Schulabschlüsse an allgemeinbildenden Schulen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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