Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben am 10. September 2026 bei dem ersten Staatsbesuch eines Präsidenten der Emirate in Deutschland einen Strategischen Dialog vereinbart und Investitionen in großem Umfang angekündigt. Laut der von der Bundesregierung veröffentlichten Joint Declaration soll ein deutsch‑emiratischer Strategischer Dialog („Strategic Dialogue“) die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen dauerhaft auf eine institutionelle Grundlage stellen. Zudem ist die Gründung eines German-UAE Investment Council vorgesehen.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Sheikh Mohamed bin Zayed Al Nahyan hoben in Berlin die sicherheits- und wirtschaftspolitische Bedeutung verlässlicher Partnerschaften in einer angespannten Weltlage hervor. Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte den Staatsgast für den 9. bis 11. September eingeladen. Die Erklärung ordnet die Vorhaben als gemeinsamen Rahmen für künftige Projekte ein und trennt ausdrücklich politische Absichtserklärungen von rechtlich bindenden Einzelverträgen.
Kernstück ist ein von der emiratischen Seite in Aussicht gestelltes Investitionspaket von rund 40 Milliarden Euro, das über mehrere Jahre in Energie, digitale Infrastruktur, Forschung und sogenannte kritische Technologien fließen soll. Genannt werden als beteiligte Akteure unter anderem ADNOC, Masdar, RWE und Covestro. Parallel dazu führt die Joint Declaration 29 geschäftliche Vereinbarungen zwischen Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von über neun Milliarden Euro auf. Diese Vereinbarungen sowie das größere Paket stehen unter dem Vorbehalt weiterer Prüfungen, Genehmigungen und Wettbewerbsbewertungen.
Über Energie- und Klimaprojekte hinaus verabreden beide Seiten Kooperationen in künstlicher Intelligenz, bei Rechtshilfe und Cybersicherheit sowie die Prüfung grenzüberschreitender Datenlösungen nach dem Konzept sogenannter „Data Embassies“. Die Partner betonen, dass daraus keine automatischen Markt- oder Regulierungsprivilegien folgen. Zeitpläne und konkrete Projektlisten bleiben in Teilen offen und sollen in den kommenden Monaten zwischen den zuständigen Ressorts und Unternehmen präzisiert werden.
Die Bundesregierung und die Vereinigten Arabischen Emirate werten die Vereinbarungen als Signal einer engeren wirtschaftlichen und politischen Annäherung. Zugleich wird festgehalten, dass jede Einzelmaßnahme an den rechtlichen Rahmen in Deutschland und der Europäischen Union gebunden ist, einschließlich Prüfungen aus Gründen der nationalen Sicherheit. Die Fortschritte im Strategischen Dialog sollen regelmäßig bewertet und öffentlich kommuniziert werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).