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Drei Jahre Radgesetz: In Niederbayern bleibt das Auto vorn

Drei Jahre nach Inkrafttreten des Bayerischen Radgesetzes fällt die Zwischenbilanz regional unterschiedlich aus: In Niederbayern liegt der Radverkehr weiter deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt, während Ausbauprojekte anlaufen.

Drei Jahre nach dem Start des Bayerischen Radgesetzes am 1. August 2023 zieht die Staatsregierung eine positive Zwischenbilanz – doch in Niederbayern bleibt das Auto das dominierende Verkehrsmittel. Regionale Auswertungen auf Basis der Mobilität in Deutschland 2023 sowie Angaben von Verbänden wie dem ADFC zeigen: Der Radverkehrsanteil liegt in Niederbayern nur bei rund sechs Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. Landesweit werden für den Radverkehr etwa elf Prozent der Wege ausgewiesen, während der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) bei etwa zehn und Fußwege bei rund 24 Prozent liegen sollen. Diese Werte sind je nach Quelle und Erhebungsmethode mit Unsicherheiten behaftet, die Tendenz der regionalen Unterschiede gilt jedoch als stabil.

Die Staatsregierung verweist auf Fortschritte beim Netz, bei Förderlinien und Planungskapazitäten. Mit dem Bayerischen Radgesetz wurden Verfahren gebündelt, eine digitale Antragsabwicklung etabliert und Leitlinien für ein durchgängiges Hauptroutennetz gesetzt. Nach Regierungsangaben sind zahlreiche Projekte in Bau oder Planung; bis Ende 2030 sollen insgesamt 1.500 Kilometer neuer Radwege entstehen. In der Fläche ist der Effekt bislang ungleich spürbar: In dichter besiedelten Räumen steigt die Nutzungswahrscheinlichkeit schneller, während ländliche Regionen wie Niederbayern weiter stark auf das Auto gesetzt sind.

Als Gründe nennen Fachleute längere Alltagsdistanzen, geringere Dichte, Lücken im Hauptroutennetz und eingeschränkte Alternativen im ÖPNV. Kommunen und Behörden verweisen zudem auf Planungs- und Finanzierungszeiträume: Zwischen Förderung, Genehmigung, Grunderwerb und Bau vergeht oft mehrere Jahre, sodass der Erfolg vieler Maßnahmen zeitverzögert sichtbar wird. Das Verkehrsministerium betont, die Förderkulisse sei ausgebaut worden; zugleich bleibt die Umsetzung vor Ort ausschlaggebend.

Für die Verkehrswende im Freistaat Bayern ist die regionale Kluft zentral. Ohne gezielte Beschleunigung in Regionen mit niedrigem Radanteil droht eine ungleiche Entwicklung. In der Debatte werden unter anderem eine Priorisierung durchgehender Hauptrouten, mehr Kapazitäten in Planungsämtern, kombinierte Angebote aus Fahrradförderung und verbessertem ÖPNV sowie sichere Knotenpunkte an Landstraßen genannt. Welche Effekte diese Schritte haben, ist eine Prognose und hängt von Mittelausstattung, kommunalen Entscheidungen und dem Tempo der Umsetzung ab.

Die hier genannten Zahlen und Bewertungen beruhen auf Veröffentlichungen des Freistaats zum Bayerischen Radgesetz, landesweiten Auswertungen der Mobilität in Deutschland 2023 sowie Analysen von Verbänden und regionaler Berichterstattung. Der aktuelle Anlass ist die Dreijahresmarke des Gesetzes, die eine regionale Bilanz ermöglicht und Unterschiede im Freistaat Bayern sichtbar macht.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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