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Dürre drückt Erträge: Hessische Betriebe testen Quinoa als Alternative zum Weizen

Nach Trockenheit und früher Ernte in Teilen Hessens prüfen Landwirte Quinoa als ergänzende Kultur, Forschung und Beratung sehen Potenzial und Hürden.

Anhaltende Trockenheit und teils vorgezogene Erntetermine haben in Teilen Hessens im Erntejahr 2026 die Weizenerträge geschmälert. Als Reaktion prüfen landwirtschaftliche Betriebe verstärkt den Anbau von Quinoa. Beratungsstellen und Verbände berichten von regionalen Belastungen und verweisen auf laufende Feldversuche mit Kulturen, die Wärme und Trockenphasen besser tolerieren. Der Schritt ist Teil breiterer Anpassungsstrategien an den Klimawandel, die von der Sortenwahl bis zur Erweiterung der Fruchtfolge reichen.

Forschungsinstitute wie das Julius Kühn-Institut und mehrere Universitäten untersuchen die Anbaueignung von Quinoa unter mitteleuropäischen Bedingungen. Im Fokus stehen Ertragsstabilität, Qualitätsmerkmale und der Züchtungsbedarf für standortangepasste Sorten. Fachleute betonen, dass verfügbare Linien in der Regel noch nicht mit Importware konkurrieren können. Fortschritte werden vor allem von Züchtung, Saatgutqualität und einer passgenauen Sorten-Standort-Kombination erwartet.

In der Beratungspraxis werden zugleich Hemmnisse benannt: begrenzte Saatgutverfügbarkeit, offene Fragen der Wirtschaftlichkeit gegenüber importiertem Quinoa, Anforderungen an Ernte- und Aufbereitungstechnik sowie eine bislang dünne regionale Wertschöpfungskette. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen informiert über Versuchsanbau und kulturspezifische Verfahren. Der Hessische Bauernverband verweist parallel auf die Notwendigkeit kurzfristiger Unterstützung zur Abmilderung der Dürrefolgen bei etablierten Hauptkulturen wie Weizen. Für viele Betriebe bleibt die Sicherung stabiler Erträge im laufenden Jahr vorrangig.

Ökonomisch ist Quinoa in Deutschland bislang eine Nischenkultur. Studien und Praxisberichte sehen Marktpotenzial, heben jedoch die Preissensibilität der Nachfrage und den Wettbewerbsdruck durch Importe hervor. Kurzfristig wären Investitionen in Züchtung, verlässliches Saatgut und die Verarbeitungskapazitäten nötig, um Anbau und Vermarktung auszuweiten. Mittel- bis langfristig könnte eine breitere Fruchtfolge mit trockenheitstoleranten Kulturen die Resilienz landwirtschaftlicher Systeme in Hessen erhöhen.

Ob Quinoa über Versuchsfelder hinaus Bedeutung gewinnt, hängt an drei Faktoren: Züchtungsfortschritten für mitteleuropäische Anbauräume, der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Importen und dem Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten vom Acker bis zum Handel. Bis dahin bleibt der Anbau eine ergänzende Option – mit Chancen auf Ertragsstabilisierung in trockenen Jahren, aber auch mit klaren technischen und marktseitigen Risiken. Die Debatte in Hessen wird von aktuellen Ertragszahlen, Rückmeldungen aus der Praxis und Ergebnissen laufender Projekte getragen und spiegelt die Suche der Betriebe nach belastbaren Antworten auf den Klimawandel wider.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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