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Ermreuth feiert erste Bar Mizwa in der Synagoge seit über 100 Jahren

In der ehemaligen Synagoge Ermreuth hat am 29. August 2026 erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Bar Mizwa stattgefunden. Die Feier leitete Rabbiner Yaron Kapitulnik; eine Torarolle kam aus Erlangen.

In der ehemaligen Synagoge Ermreuth ist am 29. August 2026 erstmals seit mehr als hundert Jahren wieder eine Bar Mizwa gefeiert worden. Nach Angaben der beteiligten Einrichtungen leitete Rabbiner Yaron Kapitulnik die Zeremonie, eine koschere Torarolle stellte die Jüdische Gemeinde Erlangen bereit. Der 70-jährige US-Amerikaner Robert Snedeker, ein Nachfahre der in Ermreuth verwurzelten Familie Schnaittacher, reiste für das Ereignis an und bekannte sich im Rahmen des Gottesdienstes öffentlich zum Judentum.

Die Synagoge Ermreuth wurde zwischen 1819 und 1822 errichtet. Sie dient heute als Erinnerungsort und Museum. In der Pogromnacht 1938 wurde das Gebäude von Nationalsozialisten gestürmt und verwüstet; ein dauerhaftes jüdisches Gemeindeleben besteht in dem Ort seit den 1930er Jahren nicht mehr. Vor diesem Hintergrund bewerten die Verantwortlichen die Bar Mizwa als ein singuläres Ereignis mit hoher erinnerungspolitischer Bedeutung, nicht jedoch als Neugründung einer Gemeinde.

Der Ablauf der Feier verband traditionelle Elemente mit persönlichen Akzenten. Robert Snedeker las aus der Tora, Gebete und Tefillin-Gebräuche wurden vollzogen. Nach Schilderungen der Beteiligten floss in Teilen ein amerikanisch geprägter Gemeindestil ein, etwa durch musikalische Begleitung. Organisatorisch war die Unterstützung mehrerer regionaler Akteure notwendig, da in Ermreuth keine eigene Torarolle vorhanden ist und die synagogalen Einrichtungen museal genutzt werden.

Die Träger des Hauses betonen, dass religiöse Feiern in dem denkmalgeschützten Gebäude nur in Ausnahmefällen möglich sind. Praktische Gründe wie die liturgische Ausstattung und konservatorische Auflagen spielten dabei eine Rolle. Ähnliche Anfragen würden im Einzelfall geprüft; konkrete Folgeveranstaltungen wurden nicht angekündigt.

Ermreuth ist ein Ortsteil von Neunkirchen am Brand im Landkreis Forchheim in Bayern. Die heutige Nutzung der Synagoge als Museum und Veranstaltungsort für Bildungsarbeit ist Teil der regionalen Erinnerungs- und Kulturpflege. Die nun gefeierte Bar Mizwa verknüpft diese Arbeit mit einem individuellen religiösen Anlass und lenkt den Blick auf Kontinuitäten und Brüche jüdischen Lebens in der Region.

Nach Darstellung der Organisatoren und regionaler Gemeinden handelt es sich um die erste Bar Mizwa in der Synagoge Ermreuth seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Feststellung bezieht sich auf lokale Überlieferungen, Zeitzeugnisse und die Dokumentation des Hauses; abweichende Belege wurden nicht bekannt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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