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Esslingen: Polizei ermittelt nach Drohungen gegen Teufelsstatue

In Esslingen am Neckar untersucht die Polizei Drohschreiben und Sachbeschädigungen an der Bronze „Zwieblinger Teufel“. Stadt und Oberbürgermeister Matthias Klopfer verurteilen die Vorfälle und prüfen Schutzmaßnahmen.

In Esslingen am Neckar ermittelt die Polizei nach Drohschreiben und Sachbeschädigungen im Zusammenhang mit der neuen Bronzeplastik „Zwieblinger Teufel“ auf dem Rathausplatz. Die Stadtverwaltung bestätigte eingegangene Beleidigungen und schriftliche Morddrohungen; auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer verurteilte die Vorfälle. Unbekannte hatten die Skulptur zudem mit schwarzer Farbe besprüht. Tatverdächtige sind bislang nicht benannt, die Ermittlungen laufen.

Die überlebensgroße Figur stammt vom Bildhauer Tim Bengel und wurde Mitte September beziehungsweise Anfang Oktober aufgestellt. Sie greift eine lokale Sage auf, nach der eine Esslinger Marktfrau den Teufel mit einer Zwiebel täuschte. Die Stadt spricht von einem Kunstprojekt, das regionale Mythen sichtbar machen soll. Nach Angaben der Verwaltung wurde die Plastik nach dem Farbanschlag gereinigt; zusätzlich werden Schutzvorkehrungen und ein möglicher alternativer Standort geprüft.

Die Auseinandersetzung um das Werk verläuft entlang kulturpolitischer und religiöser Linien. Kritiker bemängeln, die Figur setze einseitig den Teufel in Szene und fordern stattdessen eine Darstellung der historischen Marktfrau. Vertreter der Landeskirche werten Teile der Empörung als Ausdruck religiöser Ängste, ohne zu Straftaten aufzurufen. Politische Stimmen nutzen die Diskussion für grundsätzliche Debatten über Kunst im öffentlichen Raum. Befürworter verweisen auf künstlerische Freiheit und die Bindung an die Esslinger Überlieferung. Eine Onlinepetition gegen die Statue gewann nach Medienberichten mehrere Tausend Unterstützer; zugleich gibt es spürbare Zustimmung in Teilen der Bürgerschaft.

Faktisch zu trennen sind der kulturpolitische Streit und die strafrechtlich relevanten Vorkommnisse. Während die Bewertung des Kunstwerks in demokratischen Verfahren und öffentlichem Diskurs erfolgt, verfolgt die Polizei Delikte wie Sachbeschädigung und Bedrohung unabhängig von der Debatte. Details zu Anzeigen, Zahl der Drohschreiben und Ermittlungsansätzen werden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht.

Für die Stadt ergeben sich kurzfristig Sicherheits- und Kommunikationsaufgaben. Die Ordnungsbehörde beobachtet die Lage und steht nach eigenen Angaben im Austausch mit Kirchen, Vereinen und Initiativen. Mittel- bis langfristig hängt die Wirkung auf Stadtbild, Tourismus und kommunale Kulturpolitik von weiteren Entscheidungen über den Standort, ergänzende Erläuterungen oder eine mögliche Erweiterung des Projekts ab. Unabhängig davon betonen Stadtverwaltung Esslingen und Polizei den Schutz der Kunstfreiheit wie auch die Grenzen des Zulässigen im Streit: Drohungen und Gewalt werden verfolgt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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