Aktuell

Esslingen streitet über Skulptur Zwieblinger Teufel – Polizei ermittelt

Nach der Enthüllung der Bronzefigur Zwieblinger Teufel auf dem Rathausplatz melden Stadt und Polizei Vandalismus und Drohungen. Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Künstler Tim Bengel rufen zur Sachlichkeit auf.

In Esslingen hat die neue Bronzefigur Zwieblinger Teufel eine breite und teils aggressive Debatte ausgelöst. Die Stadt Esslingen bestätigte, dass die Skulptur, die am 4. Oktober 2026 auf dem Rathausplatz enthüllt wurde, wenige Tage später mit schwarzer Farbe beschmiert wurde. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Zudem berichtet die Stadt von Beleidigungen und Morddrohungen in Kommentarspalten und prüft rechtliche Schritte.

Die Figur stammt vom Esslinger Künstler Tim Bengel. Sie bezieht sich auf eine lokale Sage, nach der der Teufel auf dem Markt statt eines Apfels eine Zwiebel erhielt – daher der Spitzname Zwieblinger. Finanziert wurde das Werk als Schenkung der Sektkellerei Kessler zum 200. Jubiläum des Unternehmens. Die Stadt Esslingen stellt die Skulptur als Beitrag zur lokalen Identität dar.

Die Reaktionen sind polarisiert. Eine Online-Petition gegen das Werk sammelte binnen weniger Tage tausende Unterstützungen, nach städtischen Angaben stammt aber nur ein Teil davon aus Esslingen. In sozialen Medien schloss die Stadt zeitweise die Kommentarfunktion. Unterstützerinnen und Unterstützer betonen den Bezug zum Stadterbe und hoffen auf Impulse für den Tourismus. Kritikerinnen und Kritiker monieren eine fehlende Bürgerbeteiligung und empfinden die Darstellung religiöser Motive als unnötige Provokation.

Oberbürgermeister Matthias Klopfer (Sozialdemokratische Partei Deutschlands, SPD) verteidigte die Aufstellung. Die Figur bleibe stehen; sie bereichere den öffentlichen Raum und rege zur Auseinandersetzung an. Tim Bengel erklärte, die Darstellung wolle die Sage sichtbar machen und sei bewusst provokativ angelegt, um Betrachtende zu einem eigenen Urteil anzuregen. Vertreter der evangelischen Kirche verurteilten Hetze und Drohungen und riefen zu einem sachlichen Austausch auf.

Der Streit berührt grundsätzliche Fragen der Kunst im öffentlichen Raum: Wer entscheidet über Werke im Stadtraum, wie werden Spenderinteressen, politische Sensibilitäten und Beteiligung der Bürgerschaft austariert, und wie reagieren Behörden auf die schnelle Eskalation in digitalen Räumen? In Esslingen liegen weitere Schritte nun bei der Verwaltung. Diskutiert werden Schutzmaßnahmen vor Vandalismus sowie ein geordneter Dialog mit der Stadtgesellschaft. Über den Fortgang der polizeilichen Ermittlungen und mögliche Konsequenzen will die Stadt informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

Klar ist: Die Skulptur Zwieblinger Teufel steht seit dem 4. Oktober 2026 auf dem Rathausplatz; Vandalismus wurde angezeigt, die Polizei ermittelt, und die Stadt Esslingen setzt vorerst auf Deeskalation und Aufklärung.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk