Aktuell

Euro Defence Expo in Essen zeigt Drohnenabwehr und künstliche Intelligenz für den Luftraum

In Essen läuft die Premiere der Euro Defence Expo: 359 Aussteller aus 28 Ländern zeigen Drohnenabwehr, KI-gestützte Abfangsysteme und Sensorik zur Luftraumüberwachung. Parallel findet die Security Essen statt.

Seit dem 22. September läuft in der Messe Essen die Premiere der Euro Defence Expo. Nach Messeangaben präsentieren 359 Aussteller aus 28 Ländern vor allem Systeme zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge, KI-gestützte Abfanglösungen und Sensorik zur Luftraumüberwachung. Parallel zur Rüstungsmesse findet die zivile Sicherheitsmesse Security Essen statt, was den Austausch zwischen beiden Bereichen verstärkt.

Ausstellerlisten und Programmübersichten nennen Schwerpunkte auf unbemannten Systemen, Robotik, Erkennungs- und Störtechnologien gegen Klein- und Mikrodrohnen sowie Software zur automatisierten Klassifikation von Bedrohungen. Vorgesehen sind zudem Vorführungen im Betrieb und Fachforen zur europäischen Verteidigungsfähigkeit bis 2030. Ein eigener Programmtag widmet sich der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Die Messe wird auch unter der Kurzbezeichnung EUDEX geführt.

Die Veranstalter berichten von gezielten Einladungen an Regierungsvertreter, Militärdelegationen und Beschaffungsstellen. Damit rücken politische Fragen in den Vordergrund: Wie transparent sind Exportentscheidungen? Wie wird die parlamentarische Kontrolle der Beschaffung gesichert? Und welche Regeln gelten für die Teilnahme ausländischer Akteure? Für Deutschland bleibt zudem die Abgrenzung zwischen ziviler Sicherheitsanwendung und Rüstungsnutzung zentral, nicht zuletzt mit Blick auf gemeinsame Projekte mit NATO-Partnern.

Technisch dominieren Ansätze, die eine geschlossene Kette von der Erkennung über die Klassifikation bis zur Gegenmaßnahme bereitstellen sollen. Genannt werden vernetzte Sensoren zur kontinuierlichen Luftraumüberwachung, Software zur automatisierten Lagebilderstellung und Abfang- oder Störmittel gegen kleinere Drohnen. In den Fachangaben werden Leistungsgrenzen, Fehlerfälle und mögliche Kollateralschäden als Prüffelder benannt; unabhängige Tests und Zertifizierungen gelten als Voraussetzung, bevor Systeme in kritischen Infrastrukturen oder durch staatliche Stellen eingesetzt werden.

Konkrete Beschaffungsentscheidungen oder politische Beschlüsse liegen zur Messehalbzeit nicht vor. Ob und in welchem Umfang Produkte in Deutschland eingeführt werden, bleibt an rechtliche Prüfungen, Haushaltsentscheidungen und die europäische Exportkontrolle gebunden. Die Premiere der Euro Defence Expo fungiert damit vor allem als Knotenpunkt zwischen Industrie, Verwaltung und Militär. Sie zeigt, wohin sich die Angebote der Verteidigungsindustrie angesichts veränderter Bedrohungen bewegen – und welche regulatorischen und parlamentarischen Weichenstellungen als Nächstes anstehen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk