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Deutsche Seehäfen drängen auf Pilotprojekte für künstliche Intelligenz-gestützte Drohnenabwehr

Nach jüngsten Drohnenvorfällen fordern Hafenbetreiber und ihr Verband klare Zuständigkeiten, Tests mit künstlicher Intelligenz und Unterstützung des Bundes. Ein Zehn-Punkte-Plan sieht Seehäfen als Testfelder vor.

Deutsche Seehäfen verlangen nach jüngsten Drohnenvorfällen zusätzliche Schutzmaßnahmen und drängen auf rechtlich abgesicherte Pilotprojekte für die Drohnenabwehr. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe legte im August einen Zehn-Punkte-Plan vor, der Seehäfen als Testfelder für integrierte Detektions- und Abwehrkonzepte vorsieht. Die Debatte erhielt in den vergangenen Wochen neuen Schwung, unter anderem nach einem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle.

Konkret geht es um die Kombination aus Sensorik, automatischer Erkennung mit künstlicher Intelligenz (KI) und abgestimmten Eingriffsverfahren. Betreiber betonen, dass marktverfügbare Technik existiert, Anwendungen aber nur in enger Abstimmung mit Behörden sinnvoll getestet werden können. Der Emder Hafenbetrieb EPAS verweist auf die Notwendigkeit, großflächige Areale mit verlässlicher Detektion abzudecken und definierte Sicherheitszonen zu schaffen, in denen Gegenmaßnahmen erprobt werden dürfen.

Zentral bleiben rechtliche Fragen. Eingriffe in den Luftraum und der Einsatz kinetischer Mittel sind staatliche Aufgaben; private Betreiber dürfen derzeit keine Waffen gegen Drohnen einsetzen. Fachleute warnen zudem vor Fehlalarmen, Kollateralschäden und Cyberrisiken, wenn Systeme nicht hinreichend robust sind. Deshalb verlangen Hafenwirtschaft und Sicherheitsbehörden klare Zuständigkeiten, verbindliche Regeln für Tests und eine technische Evaluierung, bevor Abfangdrohnen regulär eingesetzt werden.

Aus Sicht der Branche sind kurzfristig Investitionen in zuverlässige Detektionsketten, Funkaufklärung, Cyber-Resilienz und in die Koordination zwischen Ländern, Bundespolizei und Hafenbetreibern realistische Schritte. Der Verband fordert Unterstützung des Bundes für gemeinsame Erprobungen, einheitliche Einsatzleitungen in kritischen Lagen sowie eine Gleichstellung der Häfen mit Flughäfen bei der Drohnenabwehr.

Mehrere Länder verweisen auf die besondere Verwundbarkeit maritimer Infrastruktur. In Niedersachsen und Hamburg laufen laut Berichten konkrete Arbeiten an Konzepten für Hafen- und Flughafenumfelder. Parallel wird politisch über Zuständigkeiten und Finanzierungsmodelle beraten. Während die Branche auf Tempo drängt, betonen Sicherheitskreise den Grundsatz „Testen, messen, nachweisen“: Erst wenn Technik und Verfahren in realen Umgebungen belastbar funktionieren und der rechtliche Rahmen steht, komme ein breiter Einsatz in Betracht.

Der aktuelle Vorstoß der Hafenwirtschaft markiert damit vor allem eine Prioritätenliste: erst verlässliche Detektion, dann abgestimmte Eingriffslogik und schließlich, wo nötig, aktive Abwehr. Bis dahin bleiben koordinierte Pilotprojekte in ausgewählten Häfen die wahrscheinlichste Perspektive.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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