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Faktencheck: Geringer Rotorblatt-Abrieb von Windrädern in Thüringen belegt

Ein aktueller dpa-Faktencheck widerspricht kursierenden Behauptungen über massiven Mikroplastik-Abrieb durch Windräder in Thüringen: Vorliegende Daten weisen bislang nur geringe Mengen aus, weiterer Forschungsbedarf bleibt.

Ein aktueller dpa-Faktencheck widerspricht verbreiteten Behauptungen, wonach Windräder in Thüringen in großem Umfang Mikrofasern oder Mikroplastik freisetzen. Nach Auswertung verfügbarer Studien und Behördenangaben sind die bislang belegten Abriebmengen an Rotorblättern gering; extrem hohe Schätzwerte lassen sich nicht mit Primärdaten untermauern. Die Einschätzung bezieht sich auf den Bestand landgestützter Anlagen und den derzeitigen Stand der Forschung.

Die dpa-Faktencheck-Redaktion verweist darauf, dass frühe Laborversuche und Modellrechnungen teils stark extrapolierte Einzelmessungen nutzten und dadurch unplausibel hohe Jahresmengen nahelegten. Politisch gefärbte Veröffentlichungen griffen solche Einzelfallzahlen auf und verstärkten den Eindruck großer Risiken. Neuere Bewertungen ordnen den Beitrag des Rotorblattabriebs zur Gesamtbelastung durch Mikroplastik dagegen als vergleichsweise klein ein, im Verhältnis zu anderen Quellen eher im Promille- bis unteren Prozentbereich. Eine Analyse von Spektrum der Wissenschaft kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

Für Thüringen zeigt die Aktenlage, dass Thema und Risiken politisch verfolgt werden: Dokumente und Anfragen im Thüringer Landtag belegen die Sensibilität von Verwaltung und Parlament. Zugleich fehlen großflächige, standardisierte Feldmessungen in unterschiedlichen Landschafts- und Witterungsbedingungen, die besonders hohe lokale Belastungen belegen würden. Fachleute empfehlen bei Verdachtsfällen vor Ort standardisierte Probenahmen sowie die transparente Publikation der Ergebnisse, um Bewertungen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz auf belastbare Primärdaten zu stützen.

Technische Entwicklungen wirken tendenziell dämpfend: Hinweise aus Branchenberichten und von der Fachagentur Windenergie an Land deuten darauf, dass moderne Rotorblätter, Kanten-Schutzsysteme, angepasste Betriebsweisen, regelmäßige Wartung und Repowering den potenziellen Abrieb reduzieren können. Gleichwohl bleibt Forschungsbedarf, unter anderem zu Messmethodik, Partikelgrößenverteilung, Transportpfaden in Böden und Gewässern sowie möglichen Materialunterschieden im Anlagenbestand.

Einordnung und Abgrenzung: Abrieb findet statt, doch die bislang gemessenen oder schlüssig abgeleiteten Mengen sind niedrig und stützen nicht die im Netz kursierenden Behauptungen von mehreren Hundert Kilogramm pro Anlage und Jahr. Gefordert ist eine klare Trennung zwischen gesicherten Messdaten, modellbasierten Annahmen und politischen Bewertungen. Faktenprüfer wie Correctiv verweisen zudem auf irreführende Darstellungen in sozialen Medien, die Risiken überzeichnen. Insgesamt gilt damit: Der Nachrichtenanlass ist ein aktueller Befund – nicht der Nachweis einer neuen Umweltbelastung, sondern die Korrektur überzogener Aussagen zur Windenergie in Thüringen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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