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Felbermayr warnt vor Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren

Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr warnt in der Rentendebatte vor einer Aufweichung geplanter Reformen und plädiert für eine Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung.

Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr warnt vor einem Festhalten an der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und dringt auf eine Reform mit klaren, demografiefesten Regeln. Nach Angaben des Deutschlandfunk verweist Felbermayr auf steigende Lebenserwartung und längere Rentenbezugszeiten, die ohne Anpassungen zu höheren Lasten für Beitragszahler und den Bundeshaushalt führen könnten. Eine Kopplung des tatsächlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung hält er für sachgerecht.

Im Zentrum der aktuellen Debatte steht die sogenannte abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, offiziell die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Sie ermöglicht den vorzeitigen Ruhestand ohne Abschläge, wenn 45 Versicherungsjahre erreicht sind. Befürworter sehen darin eine Anerkennung langer Erwerbsbiografien. Felbermayr und weitere Ökonomen warnen dagegen, dass eine pauschale Abschlagsfreiheit die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung belastet, wenn sie nicht durch andere Maßnahmen ausgeglichen wird.

Hintergrund sind Reformüberlegungen der Bundesregierung und Empfehlungen der Alterssicherungskommission, die eine Überarbeitung der 45‑Jahre‑Regel nahelegen. Diskutiert werden eine stärkere Orientierung an objektiven Kriterien wie der Lebenserwartung, präzisere Definitionen von Beitragszeiten und gezielte Härtefallregelungen. Konkrete Gesetzestexte liegen bislang nicht vor; über Änderungen entscheidet der Bundestag.

Die Reaktionen fallen gespalten aus. Mehrere Ökonominnen und Ökonomen unterstützen eine Anhebung oder dynamische Anpassung der Regelaltersgrenze sowie eine Einschränkung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Gewerkschaften und Vertreter aus Ostdeutschland verweisen hingegen auf lange, oft körperlich belastende Erwerbsverläufe und pochen auf Vertrauensschutz. Auch in der Union gibt es Vorbehalte gegen Eingriffe, die rentennahe Jahrgänge treffen könnten. Die Deutsche Rentenversicherung äußert sich bisher zurückhaltend und verweist auf den politischen Prozess.

Sollte die Koalition eine Einschränkung beschließen, wären Übergangsfristen, klare Härtefallkriterien und Schutzregelungen für bereits vereinbarte Modelle wie Altersteilzeit zentral, um Brüche in der Lebensplanung zu vermeiden. Finanzpolitisch könnte eine Reform die kurzfristige Beitragsdynamik dämpfen. Politisch ist jedoch mit Auseinandersetzungen über Verteilungseffekte und die Ausgestaltung des Vertrauensschutzes zu rechnen. Fest steht: Jede Änderung erfordert einen Beschluss des Bundestags und genaue gesetzliche Definitionen; Positionen von Sachverständigen und Verbänden sind Einordnungen, keine Entscheidungen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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