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Freiheit: Simson hat am früheren Simson-Werk in Suhl Premiere gefeiert

Das dokumentarische Theaterstück Freiheit: Simson wurde am 2. Oktober 2026 auf dem Gelände des einstigen Simson-Werks in Suhl uraufgeführt und verbindet Zeitzeugenberichte mit der Firmen- und Industriegeschichte seit 1856.

Am 2. Oktober 2026 hat in Suhl das dokumentarische Theaterprojekt „Freiheit: Simson“ Premiere gefeiert. Die Produktion von Aron Boks und Janek Liebetruth bringt Stimmen ehemaliger Beschäftigter, historische Etappen der Firma Simson und Bezüge zur Gegenwart an den Ort zurück, an dem über Jahrzehnte Mopeds entstanden: in Hallen des früheren VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerks Ernst Thälmann, kurz FAJAS.

Die Inszenierung ist als dokumentarische Collage angelegt. Sechs Darstellerinnen und Darsteller verweben Auszüge aus Interviews mit früheren Beschäftigten, Materialien aus Archiven und markante Stationen der Unternehmensgeschichte. Die künstlerische Leitung bezieht die lokale Erinnerungskultur aktiv ein: Ehemalige Werksangehörige und Besucherinnen wurden zu Rundgängen und Gesprächen eingeladen, deren Protokolle in die szenische Erzählung eingeflossen sind.

Der historische Rahmen reicht von der Gründung der Firma durch die Brüder Löb und Moses Simson im Jahr 1856 über die Enteignung in der NS-Zeit und die Produktion in der DDR bis zu den Umbrüchen nach 1990. Damit rückt das Projekt Arbeit, Enteignung, Industriekultur und die ambivalente Verarbeitung gemeinsamer Vergangenheit in Ostdeutschland ins Zentrum. Die Wahl des Aufführungsortes auf dem Werksgelände setzt dabei bewusst auf Authentizität und Konfrontation mit der eigenen Stadt- und Industriegeschichte.

In ersten Reaktionen werden neben der Rechercheleistung auch Entscheidungen der Regie diskutiert. Lokale Berichte verweisen auf starke ästhetische Kontraste und einzelne umstrittene Szenen, die Fragen nach der Darstellung historischer Gewalt und nach dem Verhältnis von Alltag, Stolz auf technische Leistungen und politischer Einordnung aufwerfen. Die Macher kündigen an, diese Debatten in moderierten Publikumsgesprächen fortzuführen.

Über die Spielserie hinaus versteht sich „Freiheit: Simson“ als Impuls für eine breitere Auseinandersetzung mit der Erinnerung an das Werk und seine Rolle für Suhl und Thüringen. Das Projekt verknüpft Archivarbeit, Oral History und performative Formen und könnte damit Vorbild für weitere partizipative Aufarbeitungsinitiativen in der Region werden. Konkrete behördliche Weichenstellungen für das Gelände selbst sind mit der Premiere nicht verbunden; das Stück setzt vielmehr einen kulturpolitischen Akzent in einer längerfristigen Debatte über Identität, Arbeit und Wandel in Südthüringen.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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