Kurzmeldung
Die Warenhauskette Galeria hat in der ersten Oktoberwoche 2026 erneut Insolvenz beantragt. Nach übereinstimmenden Berichten unter anderem von NDR und WDR ist das Verfahren beim zuständigen Amtsgericht Düsseldorf anhängig. Der Geschäftsbetrieb in den Filialen soll vorerst weitergeführt werden, das Unternehmen strebt ein geordnetes Verfahren an.
In Niedersachsen sind laut ver.di und Landesmedien sechs Häuser unmittelbar betroffen: Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Göttingen, Goslar und Oldenburg. Hinzu kommt eine Filiale in Bremen. Beschäftigte und Betriebsräte fordern rasche Klarheit über Löhne, Arbeitszeiten und mögliche Transferlösungen. Ver.di kündigte Gespräche mit der Geschäftsführung und dem künftigen Insolvenzverwalter an.
Laut WDR handelt es sich um den vierten Insolvenzantrag der Gruppe seit 2020. Frühere Sanierungsrunden führten bereits zu Filialschließungen, Personalabbau und Eigentümerwechseln. Handelsforscher verweisen auf strukturelle Probleme des Warenhausformats: sinkende Kundenfrequenzen in Innenstädten, wachsende Konkurrenz des Onlinehandels sowie höhere Kosten für Energie, Mieten und Logistik. Diese Faktoren hätten die wirtschaftliche Lage der Branche auch nach vorangegangenen Restrukturierungen belastet.
Für die betroffenen Städte geht es kurzfristig um die Sicherung des laufenden Betriebs und der Löhne. Mittel- bis langfristig steht die Nutzung großflächiger Warenhausimmobilien im Fokus. Kommunen und Vermieter warnen vor zusätzlichen Leerständen und Folgekosten für die Stadtentwicklung, sollte es zu Schließungen kommen. Gleichzeitig sehen Wirtschaftsvertreter Chancen, im Rahmen des Verfahrens Filialen über Teilverkäufe, neue Betreiberkonzepte oder Fortführungsvereinbarungen zu erhalten.
Welche Standorte über das Verfahren hinausbleiben, ist offen. Entscheidungen über Schließungen, Mietverträge, Belegschaften und Sortimentsanpassungen werden erst in den kommenden Wochen erwartet. Maßgeblich sind dabei die Gespräche zwischen Unternehmensführung, Sachwalter oder Insolvenzverwalter, Gläubigern und Arbeitnehmervertretungen. Die Landespolitik in Niedersachsen und die Stadt Bremen drängen auf Planbarkeit für die Innenstädte und fordern transparente Kriterien für die künftige Standortstruktur.
Fest steht: Der Insolvenzantrag ist gestellt, der Verkauf in den Filialen läuft weiter. Die weitere Entwicklung hängt von den Verhandlungen im Verfahren und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit einzelner Häuser ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).