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Gasfüllstände in Deutschland auf Rekordtief – BDEW mahnt zur Gelassenheit, Netzagentur bestätigt Daten

Nach Branchenangaben sind die Gasspeicher so leer wie seit Beginn der Aufzeichnungen 2011 nicht mehr. Die Bundesnetzagentur beziffert die niedrigen Stände; der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rät von Alarmismus ab.

Deutschlands Gasspeicher sind nach Branchenangaben so gering gefüllt wie seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 2011 nicht mehr. Die Initiative Energien Speichern (INES) spricht von historisch niedrigen Sommerständen und einem schleppenden Wiederbefüllungsverlauf. Die Bundesnetzagentur bestätigt in ihren aktuellen Lageberichten und täglichen Übersichten die niedrigen Füllstände auf Basis der Meldungen der Speicherbetreiber und der europäischen Plattform AGSI+.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft warnt trotz der ungewohnt leeren Speicher vor Panikmache. Der Verband betont, die Situation sei ernst, aber beherrschbar, sofern Beschaffung und Einsparanstrengungen fortgesetzt würden. Die Bundesnetzagentur verweist darauf, dass sie die Marktlage eng beobachtet, Transparenz sicherstellt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen auslegt, die operative Einlagerung aber von Marktakteuren vorgenommen wird.

Als Gründe für die schwachen Einlagerungen nennen INES und Marktexperten mehrere Faktoren: ungünstige Preissignale zwischen Sommer und Winter, die das Auffüllen wirtschaftlich unattraktiver machen; eine zeitweise höhere Gasverstromung im Sommer; sowie ein angespanntes globales Umfeld mit knappen LNG-Märkten und konkurrierenden Importbedarfen in Europa und Asien. Unabhängige Analysen, darunter eine Untersuchung des EWI Köln, heben zudem die Bedeutung zusätzlicher LNG-Lieferungen und einer stabilen Nachfrageentwicklung hervor, um ausreichende Sicherheitsreserven für die Heizperiode zu erreichen.

Rechtlich gilt weiterhin: Das Gasspeichergesetz schreibt Mindestfüllstände zu bestimmten Stichtagen vor. Dieses Sicherungsregime soll Marktschwankungen abfedern, kann aber Preissignale beeinflussen. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht fortlaufend die Zielpfade und die erreichten Werte; detaillierte, tagesaktuelle Prozentsätze sind über die Transparenzdaten von Gas Infrastructure Europe abrufbar.

Die Branche diskutiert kurzfristig zusätzliche Anreize, um die Wiederbefüllung zu beschleunigen – etwa befristete Fördermechanismen oder marktnahe Ausschreibungen für Speicherleistungen. INES plädiert für temporäre Instrumente sowie für strukturelle Maßnahmen, die die Resilienz des Speichersystems im Mittel- und Langfristbereich erhöhen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mahnt hingegen zu einer Kommunikation ohne Alarmismus und setzt auf funktionierende Marktprozesse, flankiert von klaren, verlässlichen Regeln.

Für die kommenden Monate bleibt entscheidend, ob sich die Preisdifferenzen zugunsten von Einlagerungen entwickeln, ob ausreichende LNG-Kapazitäten verfügbar sind und ob die Nachfrage – etwa in der Industrie – moderat bleibt. Die Bundesnetzagentur will die Lage weiter eng begleiten; Prognosen zur Winterversorgung hängen ausweislich der Behörden- und Branchenberichte von Importen, Witterung und Einsparverhalten ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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