Die Gießerei in Ueckermünde hat am 2. Oktober 2026 den Betrieb eingestellt. Nach übereinstimmenden Berichten von NDR und Ostsee-Zeitung sind 290 Beschäftigte von Arbeitslosigkeit oder dem Verlust ihrer bisherigen Stellen betroffen. Das Unternehmen, das vor allem Gussteile unter anderem für die Automobilbranche fertigte, begründete die Schließung mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen sowie gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten.
Vertreter des Betriebsrats erklärten, die Entscheidung sei für viele Mitarbeitende überraschend gekommen. Gespräche mit der Geschäftsführung über Alternativen wie Kurzarbeit, Teilverlagerungen oder öffentliche Unterstützung führten demnach zu keiner Einigung. Die Agentur für Arbeit bereitet nach eigenen Angaben kurzfristige Beratungen, Vermittlung und Zugang zu Qualifizierungsangeboten vor. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald koordiniert Anlaufstellen für Betroffene, um Ansprüche zu sichern und Umschulungen zu prüfen.
Der Standort gehörte zeitweise zur MAT-Gruppe und firmierte nach früheren Unternehmensangaben als MAT Foundries Europe. Die Schließung trifft eine Region in Mecklenburg-Vorpommern, in der industrielle Arbeitsplätze eine zentrale Rolle für die lokale Beschäftigungslage spielen. Fachkräfte mit Gießereiqualifikationen stehen vor der Aufgabe, zügig Anschlussbeschäftigungen zu finden. In Betracht kommen Weiterbildungen in verwandten Metallberufen oder die Vermittlung in Unternehmen mit ähnlichem Profil in der Region.
Branchenvertreter sehen in der Entwicklung ein weiteres Anzeichen für den Druck auf energieintensive Betriebe. Insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit bei hohen Strom- und Gaspreisen wird als Risiko für Standorte in Nordostdeutschland benannt. Aus Gewerkschafts- und Unternehmenskreisen wird seit längerem auf die Bedeutung planbarer Kosten und verlässlicher Rahmenbedingungen verwiesen. Konkrete Aussagen zu möglichen Verlagerungen von Produktionsteilen, zu einem Betriebsübergang oder zu einem Insolvenzverfahren liegen derzeit nicht vor und werden von den zuständigen Stellen geprüft.
Für die Betroffenen stehen nun kurzfristige Schritte im Vordergrund: Registrierung bei der Agentur für Arbeit, Beratung zu Qualifizierung und Umschulung, gegebenenfalls Unterstützung beim Wechsel in andere Unternehmen. Kommunale Vertreter betonten, dass regionale Netzwerke aus Wirtschaftsförderung, Kammern und Arbeitsverwaltung eng zusammenarbeiten sollen, um Perspektiven im Landkreis Vorpommern-Greifswald zu eröffnen. Weitere politische Gespräche auf Landes- und Bundesebene sind angekündigt, um die Folgen der Schließung zu begrenzen und die industrielle Basis in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).