In Deutschland werden im August 2026 deutlich mehr Funde der Europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa) gemeldet als in den Vorjahren. Besonders häufig sind Sichtungen in Berlin und Brandenburg sowie in Teilen von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Nach Angaben von Naturschutzverbänden und Beobachtungsplattformen ist der Anstieg auffällig; als Hauptursache gelten anhaltend wärmere Sommer und mildere Winter. (Stand: 23. August 2026.)
Die wärmeliebende Art war hierzulande lange nur punktuell nachweisbar, etwa im südwestlichen Rheingraben und am Bodensee. Seit rund zwei Jahrzehnten verschiebt sich das Verbreitungsgebiet nach Norden. Die aktuellen Meldedaten zeigen nun eine Verdichtung urbaner und halboffener Lebensräume, in denen sich die Gottesanbeterin etablieren kann. Fachleute werten die jüngste Zunahme als erwartete Folge klimatischer Veränderungen, die längere Vegetationsperioden und günstigere Überwinterungsbedingungen schaffen. Prognosen zur weiteren Entwicklung hängen laut Expertinnen und Experten von den nächsten Witterungsjahren ab.
Beobachtungen stützen sich auf etablierte Meldeportale, Bürgerwissenschaft und Verbandsdaten. Der Naturschutzbund NABU und das Portal NABU|naturgucker berichten 2026 über deutlich mehr Einträge als im Mittel der Vorjahre. Auch regionale Berichte belegen zahlreiche Nachweise in Berlin und Brandenburg sowie erhöhte Sichtungen in Sachsen-Anhalt. Die Verdichtung der Datenlage erlaubt es, Ausbreitungswege besser nachzuzeichnen und lokale Vorkommen systematisch zu erfassen.
Ökologisch gilt die Europäische Gottesanbeterin in Deutschland nicht als invasive Art. In der Rote Liste Deutschlands ist Mantis religiosa nicht gefährdet; für die Bestände wird ein langfristiger Zunahmetrend ausgewiesen. Belastbare Hinweise auf negative Effekte für heimische Artengemeinschaften liegen bislang nicht vor, auch wenn Populationsschwankungen regional stark ausfallen können. Zugeschriebene Befürchtungen, die Gottesanbeterin gefährde Menschen oder Haustiere, treffen nicht zu.
Naturschutzstellen empfehlen, Funde zu fotografieren und über bekannte Meldewege zu erfassen, statt Tiere umzusiedeln oder zu entfernen. Wichtig sind gut dokumentierte Nachweise mit Ort und Datum, um die Datenqualität zu sichern. Als anschauliches Beispiel für klimabedingte Verschiebungen von Verbreitungsgrenzen wird die Ausbreitung seit Jahren in der Umwelt- und Bildungsarbeit genutzt; sie bietet Forschenden zugleich ein leicht zugängliches Modell, um die Reaktion wärmeliebender Arten auf den Klimawandel in Deutschland zu untersuchen.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).