Mecklenburg-Vorpommern

Grevesmühlen plant höhere Mieten und Pachten nach 3,1-Millionen-Defizit

Die Kreisstadt Grevesmühlen weist für das erste Halbjahr 2026 ein Minus von rund 3,1 Millionen Euro aus und kündigt zur Haushaltskonsolidierung unter anderem höhere Mieten, Pachten und Gebührenprüfungen an.

Grevesmühlen (Landkreis Nordwestmecklenburg) verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 ein negatives Ergebnis von rund 3,1 Millionen Euro. Die Verwaltung stellte die Zahlen im Hauptausschuss vor und kündigte am 9. September 2026 ein Paket zur Haushaltskonsolidierung an. Im Zentrum stehen die Prüfung und mögliche Erhöhungen von Mieten und Pachten städtischer Immobilien sowie Anpassungen bei Gebühren. Parallel sollen Ausgabenpositionen überprüft und Ansätze für Steuereinnahmen neu bewertet werden.

Nach Angaben der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Lars Prahler bleiben die Rücklagen ausreichend, um die Handlungsfähigkeit formal zu sichern. Ziel der nun angestoßenen Beratungen ist es, die Leistungsfähigkeit der Kommune mittelfristig zu stabilisieren und steigende Pflichtausgaben aufzufangen. Konkrete Satzungsänderungen, Prozentsätze oder Stichtage liegen noch nicht vor; sie sollen nach Beratungen in den Fachausschüssen der Stadtvertretung als Beschlussvorlagen veröffentlicht werden.

Kommunale Unterlagen zum Doppelhaushalt 2025/2026 listen mögliche Mehreinnahmen durch Gebühren sowie durch Mieten und Pachten. Regionale Medienberichte, darunter NDR und Ostsee-Zeitung, nennen als Beispiel eine für Sportvereine diskutierte Erhöhung der Hallen- und Platzmieten um knapp 30 Prozent ab 2027. Diese Zahl gilt als Planszenario und würde betroffene Nutzergruppen erst nach entsprechenden Beschlüssen und auf Basis der dann gültigen Satzungen treffen. Wismar.FM berichtet zudem über ein laufendes Minus im Ergebnishaushalt, das vor allem mit höheren Kreisumlagen und allgemeinen Kostensteigerungen begründet werde.

Die nun veröffentlichten Halbjahreszahlen fügen sich in eine breitere Debatte über die Finanzlage vieler Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern. Genannt werden steigende Personal-, Energie- und Baukosten, zugleich stagnierende oder schwankende Einnahmen sowie Effekte der Kreisumlage. Grevesmühlen verweist darauf, dass Investitionen priorisiert und gegebenenfalls gestreckt werden müssten, ohne Pflichtaufgaben zu gefährden. Ob und in welchem Umfang soziale oder gemeinwohlorientierte Einrichtungen entlastet werden, ist Gegenstand der weiteren Beratungen.

Der weitere Fahrplan ist mehrstufig: Zuerst beraten die zuständigen Ausschüsse des Rates über die Prüfaufträge und Ausgestaltungen. Im Anschluss sollen rechtlich belastbare Vorlagen veröffentlicht werden, die die beabsichtigten Erhöhungen, mögliche Staffelungen und Ausnahmen transparent machen. Erst mit entsprechenden Beschlüssen der Stadtvertretung würden Mieten, Pachten und Gebühren tatsächlich angepasst. Bis dahin bleibt es bei der Ankündigung der Konsolidierung, die Verwaltung und Politik in Grevesmühlen nun zügig konkretisieren wollen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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