Ein 13-Jähriger ist am 29. Oktober 2026 in Hamburg–Neuallermöhe durch die Detonation eines nicht zugelassenen Böllers verletzt worden. Nach Angaben der Polizei Hamburg handelte es sich um einen Knallkörper, der in Deutschland nicht legal erworben werden kann. Der Junge kam ins Krankenhaus. Zu Ursache und genauer Herkunft des Sprengkörpers machten die Ermittler zunächst keine Angaben.
Unabhängig von dem Unfall hat das Landeskriminalamt für Sprengstoffdelikte (LKA 75) am 28. Oktober in Hamburg-Bahrenfeld bei einer Durchsuchung rund 100 Kilogramm erlaubnispflichtige und nicht zugelassene Pyrotechnik sichergestellt. Grundlage war ein richterlicher Beschluss auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg. Der 19-Jährige Wohnungsinhaber steht demnach im Verdacht, die Ware über eine Chatgruppe angeboten und auch an Minderjährige verkauft zu haben. Gegen ihn wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein Zusammenhang mit dem Vorfall in Neuallermöhe ist nach Behördenangaben offen.
Die Polizei beschreibt die sichergestellte Menge als erheblich. Es handele sich um unterschiedliche Knallkörper, deren Erwerb und Verwendung in Deutschland teils genehmigungspflichtig oder verboten ist. Konkrete Typen, Chargen oder Gefährdungsbewertungen nannten die Ermittler mit Verweis auf laufende Untersuchungen nicht.
Behörden warnen regelmäßig vor illegaler Pyrotechnik, darunter sogenannten Polenböllern. Solche Erzeugnisse können unkontrolliert detonieren und schwere Verletzungen, insbesondere an Händen und Augen, verursachen. Die Feuerwehr und Präventionsstellen raten, unbekannte Fundstücke nicht zu berühren und stattdessen sofort die Einsatzkräfte zu informieren. Vor Halloween und dem Jahreswechsel intensivieren Polizei und Staatsanwaltschaft Hamburg erfahrungsgemäß Kontrollen gegen den Handel mit nicht konformer Ware, zumal digitale Angebote auch Kinder und Jugendliche erreichen.
Der aktuelle Fall zeigt zwei Ebenen: Zum einen die konkrete Gefährdung durch einzelne nicht zugelassene Knallkörper, zum anderen die strafverfolgungsrelevante Dimension des Handels mit größeren Mengen. Fest steht bislang, dass in Bahrenfeld 100 Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt wurden und in Neuallermöhe ein Kind verletzt wurde. Ob es darüber hinaus Überschneidungen der Ermittlungsstränge gibt, ist ungeklärt. Weitere Ergebnisse wollen Polizei Hamburg und Staatsanwaltschaft Hamburg nach Abschluss wesentlicher Vernehmungen und Prüfungen bekannt geben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).