Hamburg

Hamburger Fraktionen gedenken im Rathaus 26 hingerichteter Widerstandskämpfer

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke haben am 4. September im Kaisersaal des Rathauses eine Gedenkfeier für 26 im Nationalsozialismus hingerichtete Menschen aus dem Hamburger Widerstand ausgerichtet.

Im Kaisersaal des Rathauses haben die Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke am 4. September 2026 eine Gedenkfeier für 26 im Nationalsozialismus hingerichtete Menschen aus dem Hamburger Widerstand ausgerichtet. Nach Angaben der Veranstalter verband die Veranstaltung die namentliche Würdigung der Opfer mit einem Appell, demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte entschieden zu verteidigen.

Der Termin stand im Zeichen der Erinnerung an die Gedenkwoche von 1946, mit der Hamburg ein Jahr nach Kriegsende erstmals öffentlich an verfolgte und ermordete Regimegegner erinnerte. Die Fraktionen betonten, die Auseinandersetzung mit den lokalen Verfolgungsgeschichten bleibe ein Auftrag für Stadtgesellschaft und Politik. Die Namen der Geehrten stammen aus Stadtkreisen des Widerstands, deren Mitglieder wegen Flugblättern, Sabotage, Hilfe für Verfolgte oder politischer Organisation zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.

An der Ausrichtung beteiligt waren neben den Fraktionen die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, der Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten sowie die VVN-BdA. Nach Veranstalterangaben sollten historische Einordnungen, musikalische Beiträge und stille Momente des Gedenkens einen Raum für persönliche Erinnerung schaffen. Im Anschluss war eine Fortsetzung der individuellen Ehrungen an Hamburger Erinnerungsorten vorgesehen; Bezugspunkte des städtischen Gedenkens sind unter anderem der Ohlsdorfer Friedhof und Orte politischer Verfolgung.

Die Rednerinnen und Redner hoben laut Mitteilungen hervor, dass die Erinnerung an den Widerstand nicht nur den Mut Einzelner würdige, sondern auch heutigen Generationen Maßstäbe gebe: Verteidigung von Freiheit, Schutz von Minderheiten und klare Haltung gegen Antisemitismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Angesichts aktueller Debatten über rechtsextreme Gewalt und Geschichtsrevisionismus, so die Fraktionen, sei historisch fundierte Aufklärung Teil demokratischer Resilienz.

Die Gedenkfeier knüpft an Hamburger Initiativen zur Sichtbarmachung von Biografien des Widerstands an. Dazu zählen Bildungsangebote an Schulen, biografische Rundgänge und Kooperationen von Zivilgesellschaft und Stadt. Die Fraktionen kündigten an, das Zusammenwirken mit Gedenkinitiativen fortzusetzen und wissenschaftliche Forschung, pädagogische Arbeit sowie die Pflege von Erinnerungsorten in den kommenden Haushaltsberatungen weiter zu unterstützen.

Die Veranstaltung ist Teil einer langfristigen Erinnerungskultur, die lokale Geschichte präzise dokumentiert, individuelle Schicksale benennt und sie in den Kontext der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik stellt. Damit soll verhindert werden, dass Opfer und Taten in der anonymen Statistik verschwinden – und zugleich erinnert werden, wie vielfältig, risikoreich und vernetzt der Hamburger Widerstand war.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk