Aktuell

Hohe Spritpreise: Handwerkskammern und Verbände drängen auf Entlastungen

SWR Aktuell berichtet über neue Forderungen nach Entlastung; Handwerkskammern warnen vor Mehrkosten durch teure Kraftstoffe.

Hohe Kraftstoffpreise setzen Handwerksbetriebe in Deutschland spürbar unter Druck. Am 18. September 2026 berichtete SWR Aktuell, dass der ADAC, der Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Deutsche Gewerkschaftsbund kurzfristige Entlastungen fordern. Mehrere regionale Handwerkskammern schildern zugleich steigende Betriebskosten, die vor allem fahrzeugintensive Gewerke treffen, und mahnen rasches Handeln der Politik an.

Nach Angaben von Kammern und Verbänden zählen Energie- und Spritkosten in aktuellen Konjunkturumfragen zu den wichtigsten Belastungsfaktoren. Betriebe berichten über deutlich höhere Fahrtkosten, die in Angeboten und Rechnungen weitergegeben werden müssen. Das dämpft die Nachfrage und bremst Investitionen, etwa bei der Erneuerung von Fahrzeugflotten oder der Anschaffung effizienterer Technik. Besonders betroffen ist das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das Kraftfahrzeughandwerk, deren tägliche Einsatzplanung stark von Mobilität abhängt.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks fordert zielgenaue, bürokratiearme Hilfen. Diskutiert werden steuerliche Entlastungen beim Dieselkraftstoff für gewerblich genutzte Fahrzeuge, befristete Zuschüsse für besonders betroffene Betriebe sowie die Ausweitung betriebswirtschaftlicher Beratungsangebote. Zugleich warnen die Verbände, dass reine Steuersenkungen die strukturelle Abhängigkeit von volatilen internationalen Energiemärkten nicht beheben. Langfristig brauchen Betriebe Planungssicherheit, etwa durch verlässliche Energiepolitik, schnellere Genehmigungen und Förderung von Effizienzmaßnahmen.

Regionale Erhebungen stützen dieses Bild. Die Handwerkskammer zu Köln verweist in Sonderumfragen auf gestiegene Energie- und Mobilitätskosten als wiederkehrendes Risiko. Die Handwerkskammer Berlin meldet eine verhaltene Investitionsbereitschaft, weil die laufenden Kosten Budgets binden. Auch die Handwerkskammer Magdeburg und die Handwerkskammer Halle berichten von stabiler, aber fragiler Lage ohne klare Wachstumsperspektive.

Als aktuelle Reaktion fordern Kammern und Verbände, Entlastungen zeitnah zu beschließen und gezielt an Fahrzeugeinsätze zu koppeln, die für die Versorgung in der Fläche notwendig sind. Nach Einschätzung der Interessenvertreter könnten parallel angestoßene Programme zur Flottenumstellung, zur Digitalisierung der Tourenplanung und zur Energieeffizienz die Kostenbasis dauerhaft senken. Ob und in welchem Umfang kurzfristige Hilfen kommen, ist offen. Politische Entscheidungen darüber gelten als entscheidend dafür, ob die regionale Handwerksstruktur in den kommenden Monaten Aufträge sichern und Beschäftigung halten kann.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk