Am 21. August 2026 haben mehr als 40 deutsche Familienunternehmen die Kampagne "Made in Germany – Made by Vielfalt" gestartet. Laut Mitteilung der Initiative erscheinen ab sofort Großflächen- und Medienanzeigen in ost- und norddeutschen Regionen mit bevorstehenden Landtagswahlen. Kernbotschaft ist, dass Vielfalt ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor für Deutschland sei – insbesondere mit Blick auf Fachkräftegewinnung, Innovationsfähigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Auf den Motiven werden kontrastierende Aussagen zugespitzt: "Einfalt löst keine Probleme, Vielfalt schon." sowie "Manche suchen Fachkräfte, andere Schuldige." Die Organisatoren wollen damit wirtschaftliche Interessen – stabile Wertschöpfungsketten, offene Märkte und planbare Rahmenbedingungen – stärker in die Wahlkampfdiskussion tragen. Die Kampagne ist als sichtbare Intervention der Wirtschaft vor regionalen Urnengängen angelegt; sie verzichtet nach eigener Darstellung auf parteipolitische Parteinahme und argumentiert werte- und standortorientiert.
Nach Angaben der Organisatoren werden die Botschaften als Anzeigen in reichweitenstarken Medien und auf Großflächen ausgespielt; flankierend verbreitet die Initiative ihre Motive und Begründungen über eigene Kanäle, unter anderem in sozialen Netzwerken. Auf der Kampagnen-Website sind begleitende Fließtexte und Erläuterungen abrufbar, die die wirtschaftlichen Argumente – von der Besetzung offener Stellen und Ausbildungsplätze bis zur Rolle qualifizierter Zuwanderung – bündeln.
Träger der Aktion sind Familienunternehmen, die sich unter dem Label "Made in Germany – Made by Vielfalt" zusammengeschlossen haben. Die Initiative war bereits in früheren Jahren aktiv; der Slogan ist seit 2019 bekannt. Einzelne beteiligte Firmen – darunter Gira – haben ihre Unterstützung öffentlich gemacht. Zielgruppen sind Beschäftigte, Auszubildende und Wählerinnen und Wähler in Regionen mit ausgeprägtem Fachkräftebedarf sowie Unternehmen, die auf europäische Märkte und qualifizierte Zuwanderung angewiesen sind.
Hintergrund ist ein Umfeld aus demografischem Wandel, Fachkräftemangel und Standortdebatten. Die Initiatoren verweisen auf die betriebswirtschaftliche Bedeutung von Diversität und auf die Rolle Europas für Export, Regulierung und Planungssicherheit. In früheren Wahlkämpfen wurde die Marke in überregionalen Medien breit diskutiert; dokumentiert sind sowohl Zustimmung als auch Widerspruch sowie Versuche, Slogans in sozialen Netzwerken politisch umzudeuten.
Rechtlich handelt es sich um politische Kommunikation privater Akteure. Werbliche Schaltungen sind in Deutschland zulässig, solange keine unzulässige Wahlkampfhilfe oder verdeckte Finanzierung für Parteien vorliegt. Ob die Kampagne Einstellungen oder Wahlentscheidungen messbar beeinflusst, bleibt offen; die Forschung bescheinigt politischer Anzeigenwerbung uneinheitliche Effekte, die im Wahlumfeld schwer isolierbar sind.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).