Baden-Württemberg

Islamischer Religionsunterricht in Baden-Württemberg kommt nur langsam voran

Trotz Ausweitung bleibt der islamische Religionsunterricht in Baden-Württemberg laut aktuellen Angaben vom 15. Oktober 2026 hinter der Nachfrage zurück. Hauptgründe sind Lehrkräftemangel, offene Zuständigkeiten und ungelöste Fragen zum Start in der Grundschule.

In Baden-Württemberg wächst der islamische Religionsunterricht, bleibt aber deutlich hinter der Nachfrage zurück. Das zeigen übereinstimmend Berichte vom 15. Oktober 2026 und aktuelle Angaben aus dem Ministerium für Kultus Baden-Württemberg. Demnach ist das Angebot seit der Einführung der Stiftungsstruktur 2019 schrittweise ausgebaut worden, erreicht jedoch noch keine Fläche und stockt insbesondere beim Einstieg in die Grundschule.

Zentrale organisatorische Grundlage ist die Stiftung Sunnitischer Schulrat Baden-Württemberg. Sie fungiert als Ansprechpartner für das Land und sichert die bekenntnisorientierte Ausgestaltung nach Artikel 7 des Grundgesetzes. Nach Angaben der Stiftung und der amtlichen Schulstatistik steigt die Zahl der teilnehmenden Schulen und Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2019/20. Die Schulstatistik des Landes (Stand: Schuljahr 2025/26) weist zugleich Lücken in der Lehrkräfteversorgung und in verlässlichen Organisationsstrukturen aus.

Als Bremsfaktoren gelten drei Punkte: Erstens fehlt es an ausreichend qualifizierten Lehrkräften mit fachlicher und theologischer Doppelqualifikation. Zweitens sind Zuständigkeiten in der Landesverwaltung mehrfach angepasst worden; die Landesregierung hat ressortinterne Abläufe neu geordnet, was nach Einschätzung von Schulleitungen und Verbänden zu Verzögerungen geführt hat. Drittens dauert die inhaltliche und rechtliche Absicherung der Lehrpläne an einzelnen Schularten an.

Besonders sichtbar ist der Stillstand in der Primarstufe. Der Landtag von Baden-Württemberg hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass mit islamischem Religionsunterricht in der Grundschule vorerst nicht begonnen werden kann. Bildungsforscherinnen und Bildungsforscher verweisen auf erhöhte pädagogische Anforderungen – etwa deutschsprachige Lehrpläne, interreligiöse Bezüge und Prävention – die die Ausbildungslage zusätzlich verschärfen. Hochschulen im Land bieten zwar einschlägige Studien- und Fortbildungsangebote an, doch die Zahl der Absolventinnen und Absolventen reicht bislang nicht für einen schnellen Ausbau.

Schulen berichten von anhaltender Nachfrage in Schulgemeinschaften, die konfessionell gebundenen Unterricht als Raum für Werte- und Religionsvermittlung sehen. Gleichzeitig entstehen lokal Debatten über Trägerschaft, Inhalte und die Abgrenzung zu islamkundlichen Formaten ohne Bekenntnisbindung. Das Ministerium für Kultus Baden-Württemberg betont nach diesen Berichten, der weitere Ausbau hänge von der Gewinnung qualifizierter Lehrkräfte, klaren Zuständigkeiten sowie verlässlichen Curricula ab.

Faktisch ist der islamische Religionsunterricht im Land etabliert und gewachsen, aber noch nicht flächendeckend. Der kurzfristige Fortschritt dürfte davon abhängen, ob Stiftung, Ministerium und Schulen gemeinsam die Lehrkräftebasis stärken und den Start an der Grundschule regelhaft ermöglichen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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