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Kieritzsch hält Friedhof bis 2028 offen

Die Emmauskirchgemeinde setzt die Schließung aus. Ehrenamt und ein Zuschuss der Gemeinde Neukieritzsch tragen die Pflege.

Die Evangelisch-Lutherische Emmauskirchgemeinde Bornaer Land hat die geplante Stilllegung zweier Friedhöfe vorerst gestoppt. Davon profitiert der Friedhof Kieritzsch, der dank breitem ehrenamtlichen Engagement und einer kommunalen Unterstützung weiter betrieben wird. Der Kirchenvorstand hatte Mitte 2025 beschlossen, den Friedhof mit rund 40 Gräbern aus Kostengründen aufzugeben. Nun ist der Beschluss für zwei Jahre ausgesetzt; der Betrieb ist mindestens bis Ende August 2028 gesichert.

Auslöser der Kehrtwende waren Proteste im Ortsteil Kieritzsch sowie konkrete Hilfsangebote. Bei ersten Arbeitseinsätzen kamen laut Beteiligten 25 bis 30 Freiwillige zusammen, um Hecken zu schneiden, Laub zu beräumen und Wege zu pflegen. Ein Landwirt mäht größere Flächen zweimal jährlich und verwertet das Schnittgut als Heu für seine Schafe. Das senkt Entsorgungs- und Pflegekosten. Ergänzend stellt die Gemeinde Neukieritzsch einen jährlichen Zuschuss von 1.000 Euro bereit und unterstützt punktuell über den Bauhof.

Vertreter der Emmauskirchgemeinde betonen, dass dauerhafte Deckungslücken nicht allein aus Kirchensteuern zu schließen seien. Entscheidend seien verlässliche lokale Strukturen sowie abgestimmte Kooperationen mit der Kommune. Ein früherer Referent für Friedhofsangelegenheiten der Landeskirche verweist auf den strukturellen Trend: Sinkende Bestattungszahlen treffen auf große Flächen – vielerorts rechnen sich kleine Anlagen nicht mehr.

Mit der befristeten Aussetzung prüft der Kirchenvorstand, ob Ehrenamt, kommunaler Zuschuss und organisatorische Verbesserungen die Unterhaltungskosten ausreichend abmildern. Die Lösung ist ausdrücklich auf Probe angelegt. Sollten Aufwand und Einnahmen weiter auseinanderfallen, könnte die Diskussion um die Zukunft des Friedhofs erneut aufgerufen werden.

Unverändert gilt der rechtliche Rahmen: Friedhöfe sind Aufgabe der jeweiligen Träger; Satzungen und Gebührenordnungen regeln Nutzungszeiten, Unterhalt und Finanzierung. Für Angehörige ändert sich am Nutzungsrecht der Grabstellen vorerst nichts. Die Beispiele aus dem Bornaer Land werden in Gemeinden im Landkreis Leipzig aufmerksam verfolgt, denn ähnliche Konfliktlagen sind in Sachsen verbreitet.

Für Kieritzsch bedeutet die Entscheidung Zeitgewinn: Der Friedhof Kieritzsch bleibt Ort des Gedenkens, während das Dorf erprobt, wie weit freiwillige Arbeit und ein kleiner Zuschuss tragen. Ob daraus ein dauerfähiges Modell entsteht, hängt von konstanter Beteiligung, klarer Organisation und stabilen Absprachen zwischen Emmauskirchgemeinde, Kirchenvorstand und Gemeinde Neukieritzsch ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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